Baška
Fast zwei Kilometer Kieselstrand Vela plaža auf Krk, die berühmte Baščanska ploča und Wanderwege in den Bergen.

Die Kvarner Bucht liegt im Norden Kroatiens zwischen Istrien und Dalmatien und verbindet, was sonst zwei Urlaube wären: mondäne Küstenstädte wie Opatija mit k.u.k.-Geschichte und große Inseln wie Krk, Cres, Lošinj und Rab direkt vor der Haustür. Von Wien und München bist du in unter sechs Stunden mit dem Auto da, nach Krk kommst du sogar mautfrei über eine Brücke. Wer kurze Anreise, viel Abwechslung auf engem Raum und eine Küste mit Geschichte sucht, ist hier richtiger als an jedem reinen Strandziel.
Auf der Landkarte ist die Kvarner Bucht der große Meereseinschnitt östlich der Halbinsel Istrien: Rijeka sitzt am Scheitelpunkt, die Riviera von Opatija zieht sich am Westufer entlang, Crikvenica und Novi Vinodolski liegen am Ostufer, und dazwischen füllen die Inseln das Wasser fast vollständig aus. Wo genau das im Land liegt, zeigt dir die Kroatien-Karte.
Der Reiz der Region ist ihre Dichte. Morgens Kaffee an der Hafenpromenade von Opatija, mittags über die Brücke nach Krk, abends zurück auf dem Festland: In Dalmatien wären das Tagesreisen, hier sind es Ausflüge. Genau deshalb funktioniert die Kvarner Bucht auch als Standort-Urlaub mit Tagesausflügen besser als fast jede andere Ecke Kroatiens.
Opatija ist der Ort, an dem der Kroatien-Tourismus erfunden wurde, und zwar von Österreichern: Die k.u.k.-Monarchie machte das Fischerdorf im 19. Jahrhundert zum Kurort ihrer feinen Gesellschaft. Belle-Époque-Villen, Kaffeehauskultur und der Uferweg Lungomare, der Opatija mit dem Fischerdorf Volosko und dem alten Kastanienort Lovran verbindet, prägen den Ort bis heute. Warum sich das alles noch immer ein wenig nach Wien am Meer anfühlt, liest du auf Opatija.
Rijeka ist die drittgrößte Stadt Kroatiens und der ehrliche Kontrast zum feinen Opatija: Hafenstadt, Industriegeschichte, der Korzo als Flaniermeile, dazu eine lebendige Kulturszene. Als Badeort taugt Rijeka wenig, als Regenwetter- und Stadttag umso mehr. Was die Stadt an so einem Tag hergibt, zeigt dir Rijeka.
Crikvenica am Ostufer ist der Familienklassiker der Bucht und lebt seit fast 150 Jahren vom Tourismus. Der Ort punktet mit flach abfallenden Stränden, einer langen Promenade bis ins Nachbardorf Selce und einer Infrastruktur, die auch außerhalb der Hochsaison nicht komplett einschläft. Welcher Strandabschnitt und welcher Ortsteil für deine Familie passt, sortiert Crikvenica für dich. Gleich südlich schließt Novi Vinodolski mit seinen langen Stränden und dem Vinodol-Tal im Rücken an Novi Vinodolski.
Ein paar Kilometer südlich wird es ruhiger. Novi Vinodolski wuchs um eine Frankopanen-Burg aus dem 13. Jahrhundert, und hier wurde 1288 das Vinodoler Gesetz niedergeschrieben, einer der ältesten Rechtstexte der slawischen Welt. Der Ort selbst ist ein entspannter Badeort mit Altstadthügel, der vor allem Stammgäste hat statt Laufkundschaft.
Senj ist der raueste Ort der Küste, und das ist wörtlich gemeint: Nirgendwo an der kroatischen Adria fällt die Bura so heftig durch die Bergscharten wie hier, in Böen wurden schon rund 200 km/h gemessen. Über der Stadt wacht die Festung Nehaj von 1558, von der aus die Uskoken einst Venezianer und Osmanen gleichermaßen ärgerten. Senj ist kein klassischer Badeort, aber ein starker Stopp auf der Küstenstraße und das Tor zum Velebit-Gebirge.
Die vier großen Inseln der Bucht bekommen hier ihre Kurzporträts; die Übersicht über alle kroatischen Inseln samt Inselhopping-Routen findest du unter Inseln.
Krk ist die Insel für alle, die keine Fähre wollen: Eine mautfreie Brücke verbindet sie mit dem Festland, entsprechend gut erschlossen ist die Insel. Krk-Stadt hinter venezianischen Mauern, der Weinort Vrbnik hoch auf der Klippe, der Badeort Malinska und die große Kieselbucht von Baška decken vom ersten Camper-Stopp bis zum Badeurlaub alles ab. Welcher Ort auf der Insel zu dir passt, klärt Krk.
Cres ist das wilde Gegenstück zu Krk: dünn besiedelt, karge Hochflächen, alte Eichenwälder um das Bergdorf Beli, in dessen Klippen Gänsegeier direkt über dem Meer brüten. Wer Einsamkeit und Buchten ohne Beschallung sucht, ist hier richtig. Die stillsten Ecken der Insel hat Cres für dich eingesammelt.
Lošinj hängt über eine kurze Brücke bei Osor an Cres und ist die grünste der Kvarner-Inseln, mit Kiefernwäldern bis ans Wasser und einem milden Klima, das den Hauptort Mali Lošinj schon zur Kaiserzeit zum Luftkurort machte. Vor der Küste lebt eine erforschte Delfin-Population, die Chance auf eine Sichtung ist hier so gut wie kaum sonst in der Adria. Wo die Bootstouren starten und was die Insel sonst ausmacht, steht auf Mali Losinj.
Rab ist die Insel für Sandstrand-Fans, und das ist in Kroatien eine echte Seltenheit: Rund um die Halbinsel Lopar reiht sich ein flacher Sandstrand an den nächsten, allen voran die berühmte Rajska plaža. Dazu kommt Rab-Stadt mit ihren vier Glockentürmen auf schmaler Landzunge, eine der schönsten Altstadtsilhouetten der Adria. Warum Familien mit kleinen Kindern hier nichts falsch machen, erklärt dir Rab.
Die Strandpalette der Kvarner Bucht reicht von den Sandbuchten auf Rab über die große Kieselbucht von Baška bis zu den Badeleitern an der Riviera von Opatija, wo du direkt vom Fels ins tiefe Wasser steigst. Flache Familienstrände findest du vor allem in Crikvenica und Lopar, während die Buchten auf Cres oft nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind und dafür auch im August leer bleiben. Welcher Strandtyp wo liegt, siehst du unter Strände.
Camping hat in der Bucht großes Gewicht, allein die Plätze auf Krk sind ein eigenes Suchuniversum: Die Insel ist wegen der Brücke der bequemste Camping-Einstieg Kroatiens, von Njivice bis Punat reihen sich die Plätze am Wasser. Auch auf Cres, Lošinj und Rab stehen Campingplätze in erster Reihe. Details und Platztipps liest du unter Camping.
Bei festen Unterkünften dominiert wie überall in Kroatien das private Apartment, in Opatija und Mali Lošinj kommt eine für die Region ungewöhnlich dichte Hotellerie dazu. Ferienhäuser mit Pool konzentrieren sich im Hinterland von Crikvenica und auf Krk. Einen Überblick bekommst du unter Ferienhäuser.
Die Kvarner Bucht ist für Österreicher und Bayern die am schnellsten erreichbare Ecke Kroatiens. Ab Wien sind es nach Opatija rund 530 Kilometer, etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden über Graz und Slowenien oder über Zagreb. Ab München sind es rund 520 Kilometer über Salzburg, Villach und den Karawankentunnel, ebenfalls knapp sechs Stunden. Beide Routen führen durch Slowenien, wo eine Vignette fällig wird; in Kroatien selbst zahlst du streckenbezogene Maut, Details dazu unter Maut in Kroatien.
Der nächste Flughafen ist Rijeka (RJK), der praktischerweise direkt auf der Insel Krk bei Omišalj liegt, rund 30 Kilometer von Rijeka und etwa 40 Kilometer von Opatija entfernt. Auf die Inseln ohne Brücke kommst du per Fähre: Brestova nach Porozina auf Cres in etwa 20 Minuten, Stinica nach Mišnjak auf Rab in unter 20 Minuten, dazu die Linie Valbiska auf Krk nach Merag auf Cres. Alle Wege, Fahrzeiten und die Bahn-Alternative stehen unter Anreise.
Baden kannst du in der Kvarner Bucht verlässlich von Mitte Juni bis Mitte September, für Wandern auf Cres oder Städtetage in Rijeka sind Mai, Juni und der Oktober angenehmer. Eine Eigenheit musst du kennen: die Bura, den kalten Fallwind aus Nordost, der vor allem zwischen Herbst und Frühjahr durch die Bergscharten fällt und rund um Senj und die Krk-Brücke am kräftigsten bläst. Bei starker Bura werden Brücke und Fähren zeitweise gesperrt, dafür ist die Luft danach glasklar. Alle Klimadaten und Wassertemperaturen findest du unter Wetter und Klima.
Baden kannst du verlässlich von Mitte Juni bis Mitte September, dann hat das Meer Sommerwärme. Für Wandern auf Cres oder Städtetage in Rijeka und Opatija sind Mai, Juni und der Oktober angenehmer, weil es dann nicht zu heiß und weniger voll ist.
Ja, besser als fast jede andere Ecke Kroatiens. Nach Krk kommst du mautfrei über eine Brücke, Cres, Lošinj und Rab erreichst du per kurzer Autofähre. Die Inseln liegen so dicht beieinander, dass sich Tagesausflüge machen lassen, die in Dalmatien ganze Tagesreisen wären.
Im Norden Kroatiens, zwischen der Halbinsel Istrien im Westen und der dalmatinischen Küste im Süden. Größte Stadt am Wasser ist Rijeka, die bekanntesten Urlaubsorte sind Opatija und Crikvenica, dazu gehören die Inseln Krk, Cres, Lošinj und Rab.
Krk ist die praktischste (Brücke, beste Infrastruktur, Camping), Rab die beste für Familien und Sandstrand, Lošinj die grünste mit Delfin-Bonus, Cres die ruhigste für Natur und Einsamkeit. Wer zum ersten Mal kommt und flexibel bleiben will, nimmt Krk als Basis.
Mit dem Auto ab München rund 520 Kilometer über Salzburg, Villach und Slowenien, ab Wien rund 530 Kilometer über Graz oder Zagreb. In beiden Fällen bist du je nach Verkehr in fünfeinhalb bis sechs Stunden da. Die schnellste Flugverbindung geht über den Flughafen Rijeka auf Krk.
Ja, das kommt vor: Bei starkem Nordostwind wird die Krk-Brücke zeitweise für windanfällige Fahrzeuge oder komplett gesperrt, auch Fähren können ausfallen. Betroffen ist fast nur die Zeit zwischen Herbst und Frühjahr, im Badesommer ist die Bura selten ein Thema. Was der Wind genau ist, liest du unter Wetter und Klima.
Der Flughafen Rijeka liegt direkt in der Region, auf der Insel Krk bei Omišalj. Alternativen mit mehr Flugverbindungen sind Pula in Istrien und Zagreb, beide je nach Zielort etwa zwei Autostunden entfernt.
Fast zwei Kilometer Kieselstrand Vela plaža auf Krk, die berühmte Baščanska ploča und Wanderwege in den Bergen.
Ein Taxiboot bringt dich in nur 5 bis 10 Minuten von Crikvenica direkt nach Krk hinüber.
Kroatiens Sandparadies auf Rab: die flache Rajska plaža und über 20 Sandbuchten.
Am Strand Peharovo stand schon im frühen 20. Jahrhundert ein einfacher Holzbau mit Umkleiden und Sonnenterrassen.
Der Badeort an Krks windgeschützter Westküste: geschützte Bucht, lange Promenade und Familienstrände.
Nur 200 Meter vor der Küste liegt die winzige Kapelleninsel Sveti Marin, erreichbar mit Tretboot oder Kajak.
Gustav Mahler arbeitete bei drei Aufenthalten zwischen 1900 und 1904 mitten in der Kurstadt an seiner Vierten Symphonie.
Rijeka war 2020 gemeinsam mit dem irischen Galway Kulturhauptstadt Europas, unter dem Motto Hafen der Vielfalt.
In Senj wurde 1978 die deutsche Serie Die rote Zora gedreht, die Festung Nehaj diente als Versteck.
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