Kirche der heiligen Euphemia in Rovinj
Wahrzeichen über der Altstadt: Barockkirche, 60-Meter-Turm und die Legende der Heiligen Euphemia.

Vrsar ist das kleine, hügelige Gegenstück zum Trubel in Rovinj: ein Fischerort mit gut 1.500 Einwohnern, dessen Altstadt sich um die Kirche des heiligen Martin auf einem Hügel über einem geschützten Naturhafen stapelt, keine 10 Kilometer südlich von Poreč. Bekannt ist Vrsar für zwei sehr unterschiedliche Dinge: Giacomo Casanova, der hier zwei Sommer verbrachte und den Ort in seinen Memoiren verewigte, und Koversada, eines der ältesten durchgehend betriebenen FKK-Resorts Europas, gleich südlich der Stadt. Dazu kommt die Lage direkt am Limski Kanal, der schmalen Meeresbucht mit den Austernbänken. Vrsar passt zu dir, wenn du Istriens Westküste erleben willst, aber lieber am Hafen sitzt als in der Menschentraube am Fuß der Euphemia-Kirche.

Vrsars Altstadt ist klein genug, um sie in einer guten Stunde zu erlaufen, aber mit Substanz. Oben auf dem Hügel steht die Pfarrkirche des heiligen Martin mit ihrem 40 Meter hohen Glockenturm, von dessen Terrasse der Blick über die Dächer bis zum Hafen und zu den vorgelagerten Inseln reicht. Direkt daneben liegt das Kastell, einst Sommerresidenz der Bischöfe von Poreč, die Vrsar von 983 bis 1778 direkt regierten: Ein Dokument von Bischof Oton aus dem Jahr 1288 erwähnt bereits den Turm des Kastells. Das heutige Gebäude wurde im 17. und 18. Jahrhundert barock überformt, nachdem Bischof Ruggiero Tritoni dem malariageplagten Poreč den Rücken gekehrt und sich von 1632 bis 1644 dauerhaft in Vrsar niedergelassen hatte.
Gleich neben dem romanischen Stadttor aus dem 13. Jahrhundert, einem der beiden erhaltenen Zugänge zur einstigen Stadtmauer, steht die kleine Kirche Sv. Foška mit einer sakralen Sammlung liturgischer Gegenstände und Gewänder. In den engen Gassen dazwischen reihen sich bunte Steinhäuser, kleine Plätze und Ateliers, ohne dass es dabei je so voll wird wie in Rovinj Rovinj.
Zum Charakter von Vrsar gehört auch der Montraker: ein historischer Steinbruch am Ortsrand, aus dem seit der Römerzeit Stein gebrochen wurde. Unter venezianischer Herrschaft war die "Pietra di Orsera" aus Vrsar in Venedig für Paläste, Brücken und Kirchen gefragt. Seit 1991 findet in der aufgelassenen Grube jedes Jahr in der letzten Septemberwoche die internationale Bildhauerschule Montraker statt. Die dort entstandenen Skulpturen bleiben in Vrsar und stehen bis heute verteilt an Stränden, auf Campingplätzen, entlang der Uferpromenade und in den Parks der Stadt, ein Spaziergang durch Vrsar wird so nebenbei zum Rundgang durch eine offene Galerie.
Am Nordeingang der Stadt, nahe Valkanela, liegt zudem der Skulpturenpark von Dušan Džamonja: Der kroatische Bildhauer richtete sich hier auf rund 30.000 Quadratmetern Sommerresidenz, Atelier und Galerie ein, umgeben von einem 24.000 Quadratmeter großen Park mit seinen Werken. Der Eintritt ist frei.
Unten am Wasser gehört die kleine Marina Vrsar mit rund 200 Liegeplätzen und 40 Trockenliegeplätzen für Boote bis 50 Meter Länge zum Alltag des Ortes, kein Yacht-Spektakel wie andernorts, sondern ein Arbeitshafen mit Café-Terrassen drumherum.
Wie überall in Istrien sind Vrsars Strände Kies, Fels und angelegte Betonplattformen, einen nennenswerten Sandstrand gibt es nicht. Der Stadtstrand direkt unterhalb der Altstadt ist unkompliziert und gut ausgestattet. Südlich davon liegt der Strand Petalon, eine Mischung aus betonierter Liegefläche, angelegtem Kies und Fels am Rand, mit Schirm- und Liegenverleih, Duschen, einem kleinen Aquapark sowie Tretboot- und Jetski-Verleih, gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar und bei Familien beliebt.
Direkt südlich der Stadt, an der Einfahrt zum Limski Kanal, schließt sich das Gelände von Koversada an: mehrere Kies- und Felsstrände, die zum gleichnamigen FKK-Resort gehören. Wer keine Gästekarte hat, kommt hier nicht baden, die Strände sind Teil der geschlossenen Anlage. Zwischen Stadtstrand, Petalon und Koversada liegen zudem einige kleinere, freiere Buchten, die vor allem im Frühsommer und Spätsommer angenehm leer sind, in der Hochsaison teilen sie sich die Camper der umliegenden Großplätze. Einen Überblick über alle Strandtypen Istriens und der übrigen Küste liefert unser Strände-Guide.
Sechs Strände in Vrsar im Überblick, mit Belag, FKK und Hund. Fast alle sind feiner Kies mit Abschnitten aus istrischen Kalksteinplatten, Blaue Flagge 2026 am Belvedere-Strand und auf den Camps Orsera, Valkanela, Koversada und Porto Sole (Tourismusverband Vrsar, Stand September 2026).
Ob die Camp-Hundestrände auch für Tagesgäste offen sind, klärst du vor der Anreise beim Betreiber, die Übersicht liefert Hundestrände in Kroatien. Die Geschichte von Koversada und die anderen FKK-Anlagen Istriens stehen unter FKK-Strände in Kroatien.
Am Hafen von Vrsar reihen sich Konobas und Fischrestaurants mit Terrassen zum Wasser, das Publikum ist ruhiger und weniger touristisch verdichtet als in Rovinj. Wie in ganz Istrien gehören Malvazija-Weißwein und frischer Fisch zur Standardkarte, und die Austern und Muscheln aus dem direkt vor der Tür liegenden Limski Kanal landen hier besonders frisch auf dem Teller, meist als Vorspeise vor dem eigentlichen Fischgang. Ein großes Nachtleben mit Clubs solltest du in Vrsar nicht erwarten, dafür fährst du besser ins nahe Poreč oder nach Rovinj Rovinj, Vrsar selbst lebt vom entspannten Abend am Hafen, einem Aperitif mit Blick auf die Boote und dem Sonnenuntergang von der Terrasse unterhalb des Kastells.
Vrsar ist das kleine, ruhige Gegenstück zu Rovinj: dieselbe Westküsten-Lage, eine hügelige Altstadt und der Limski Kanal direkt vor der Tür.

Der Limski Kanal beginnt direkt südlich von Vrsar: eine rund zehn Kilometer tief ins Land geschnittene Meeresbucht mit den bekannten Austern- und Muschelzuchten, deren Bootstour mit Verkostung zu den Klassikern jedes Istrien-Aufenthalts zählt. Nach Poreč mit seiner UNESCO-Basilika sind es keine zehn Kilometer, nach Rovinj mit der Euphemia-Kirche musst du wegen des Limski Kanals, über den keine Brücke führt, rund 30 Kilometer über Kanfanar fahren Rovinj. Für einen Tag ins grüne Binnenland lohnt sich die Fahrt zu den Hügelstädtchen Motovun und Grožnjan sowie zur kleinsten Stadt der Welt, Hum, alle im Überblick auf unserer Regionsseite Istrien. Einen kompletten Überblick über Kroatiens Top-Sehenswürdigkeiten inklusive Eintrittspreisen findest du außerdem unter Sehenswürdigkeiten.
Der nächste Flughafen ist Pula, rund 52 Kilometer beziehungsweise etwa 40 bis 45 Autominuten südlich. Alternative Katamaran-Verbindungen aus Venedig und Triest laufen im Sommer nach Poreč, das keine 15 Fahrminuten entfernt liegt, von dort geht es per Bus oder Taxi weiter, einen eigenen Katamaran-Anleger hat Vrsar selbst nicht. Alle Airlines, Flugziele und Fährrouten stehen im Detail auf unserer Anreiseseite Anreise.
Mit dem Auto ist Vrsar Teil der istrischen Westküste und damit die am schnellsten erreichbare Ecke Kroatiens: Ab Wien sind es rund 5,5 Stunden bis in die Region, ab München etwa 6,5 Stunden, jeweils über Slowenien. Wie sich die Maut über Österreich, Slowenien und Kroatien addiert, erklärt unsere Mautseite Maut in Kroatien.
Vrsar selbst ist eher klein, dafür ist die Auswahl an Ferienwohnungen und Apartments in und um den Ort groß, dazu kommen einige Hotels direkt am Wasser. Wer campen will, ist hier goldrichtig: Mit Valkanela und Porto Sole liegen zwei der größten Campingplätze Istriens direkt vor den Toren der Stadt, wie sie sich in den Rest der Küste einordnen, zeigt der Camping-Guide. Und wer FKK-Urlaub sucht, findet mit Koversada gleich nebenan eine der bekanntesten Adressen Europas.
Vrsar liegt an Istriens Westküste, die bekannten Nachbarn erreichst du alle in unter einer Stunde.
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Von Gästen hoch bewertete Campingplätze in Vrsar – mit Fotos, Ausstattung und Live-Verfügbarkeit bei camping.info.
Polidor Family Camping Resortab 18 €/Nacht
Valamar Camping Marina 4*ab 18 €/Nacht
Camping Ulikaab 20 €/Nacht
Camping Zelena Lagunaab 23 €/Nacht
Camping Punticaab 18 €/Nacht
Camping Bijela Uvalaab 24 €/Nacht
Aminess Planet Camping Sirena Resortab 25 €/Nacht
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Wahrzeichen über der Altstadt: Barockkirche, 60-Meter-Turm und die Legende der Heiligen Euphemia.
Parenzana Radweg ab Poreč: Strecke, Höhenmeter, Tunnel und Anfahrt
UNESCO-Welterbe seit 1997: byzantinische Goldmosaiken aus dem 6. Jahrhundert am Ende der Altstadt-Halbinsel von Poreč.
Aquacolors Poreč: Preise, Öffnungszeiten und Anfahrt zum Wasserpark
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.
Tipp: An der Adria bleibt der Hochsommer heiß; im Winter kann die Bora kalte, böige Tage bringen.
Ja, vor allem wenn dir Rovinj zu voll ist. Vrsar bietet dieselbe Westküsten-Lage, eine hübsche, aber deutlich ruhigere Altstadt, den Limski Kanal direkt vor der Tür und eine der höchsten Campingplatzdichten Istriens. Wer Sehenswürdigkeiten im Postkartenformat sucht, ist in Rovinj oder Poreč besser aufgehoben, wer entspannten Küstenurlaub mit kurzen Wegen will, in Vrsar.
Weniger als die bekannten Nachbarorte. In der Hochsaison füllen sich die großen Campingplätze Valkanela und Porto Sole ebenso wie Koversada, die Altstadt selbst bleibt aber auch im August überschaubarer als Rovinj oder Poreč, weil ihr das große Kreuzfahrt- und Tagestourismus-Publikum fehlt.
Giacomo Casanova verbrachte die Sommer 1743 und 1744 in Vrsar und erwähnte den Ort später in seinen Memoiren. Der Überlieferung nach soll er sich damals sogar länger niedergelassen haben, eine Gasse im Ort erinnert bis heute an ihn.
Koversada ist seit 1961 als FKK-Anlage bekannt und gilt als eines der ältesten durchgehend betriebenen Naturisten-Resorts Europas. Der Betreiber unterteilt das Areal heute in einen textilfreien Bereich (Koversada Uncovered) und einen bekleideten Abschnitt (Koversada Covered), Urlauber ohne FKK-Interesse können also ebenfalls dort campen, baden aber getrennt von der Naturisten-Zone.
Der Kanal beginnt direkt südlich der Stadt, die bekannten Bootstouren mit Austernverkostung starten meist direkt am Hafen von Vrsar oder in der Nachbarschaft.
Am schnellsten über den Flughafen Pula, rund 52 Kilometer beziehungsweise 40 bis 45 Autominuten entfernt. Mit dem eigenen Auto ist Vrsar Teil der istrischen Westküste und damit die am schnellsten erreichbare Region Kroatiens von Österreich und Süddeutschland aus.
Für die Altstadt, den Montraker-Steinbruch und einen Strandtag reicht ein guter Tag. Als Standort für einen längeren Istrien-Urlaub eignet sich Vrsar aber sehr gut, weil Poreč, Rovinj und das Binnenland mit Motovun alle in unter einer Stunde erreichbar sind.
Die Bildhauerschule Montraker im alten Steinbruch, den Skulpturenpark von Dušan Džamonja am Nordeingang der Stadt, einen Bummel durchs Kastell-Viertel und eine Bootstour in den Limski Kanal. Wer mehr Sightseeing will, ist in einer knappen halben Stunde in Poreč oder Rovinj.
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