Vojak: der Gipfelturm im Naturpark Učka
Der höchste Punkt Istriens mit historischem Turm und freiem Blick auf die Kvarner Bucht.

Labin ist ein Städtchen mit rund 5.800 Einwohnern in der Kernstadt und gut 10.000 in der gesamten Stadtgemeinde, gelegen auf einem 320 Meter hohen Hügel in Ostistrien, drei Kilometer landeinwärts über der Badebucht Rabac. Der Ort lohnt sich für dich, wenn du eine der besterhaltenen Altstädte Istriens sehen willst, Geschichte von der Antike über den Kohlebergbau bis zur heutigen Künstlerszene mag und die Wärme des Meeres trotzdem in wenigen Minuten unten in Rabac hast. Labin passt weniger, wenn du direkt am Strand wohnen willst: Dann buchst du besser unten in Rabac und fährst zum Bummeln herauf. Mit dem Auto bist du aus Österreich und Süddeutschland schnell da, der nächste Flughafen ist Pula, rund 40 Kilometer beziehungsweise etwa 50 Minuten südlich.
Labin sitzt in zwei Ebenen übereinander. Unten liegt Podlabin, die jüngere Bergarbeitersiedlung aus dem 20. Jahrhundert, oben auf dem Hügel die mittelalterliche Altstadt, ein enges Gassengeflecht aus Stein, das autofrei bleibt und sich am besten zu Fuß erschließt. In der Antike hieß der Ort Albona, der Name geht vermutlich auf einen illyrisch-keltischen Ursprung zurück, unter römische Herrschaft kam die Stadt 177 vor Christus. Das älteste erhaltene Schriftdokument, die "Res Publica Albonessium", stammt aus dem 3. Jahrhundert nach Christus.
Den heutigen Charakter der Oberstadt prägten aber vor allem die Venezianer, die Labin gut 400 Jahre lang ab 1420 beherrschten. Aus dieser Zeit stammen die schmucken Fassaden, Portale und Fenster entlang der Gassen, dazu die Loggia am Hauptplatz aus dem 16. Jahrhundert, die früher als Versammlungsort und Gerichtsstätte diente. Am zentralen Platz steht die barocke Pfarrkirche Mariä Geburt mit ihrer geschmückten Fassade und dem venezianischen Markuslöwen, gleich daneben führt das alte Stadttor in die Gassen.
Der schönste Aussichtspunkt ist die Fortica, eine Bastion auf der alten Stadtmauer am oberen Rand der Altstadt. Von dort reicht der Blick über die Kvarner Bucht bis zu den Inseln Cres und Lošinj und im Rücken bis zum Učka-Gebirge, dem höchsten Zug Istriens. Ein Rundgang durch die komplette Oberstadt dauert kaum mehr als anderthalb Stunden, entschädigt aber mit einem der stimmungsvollsten Altstadtbilder der Halbinsel.
Labins eigentliche Prägung kam unter Tage. Fast 400 Jahre lang wurde hier Kohle gefördert, nach dem Ersten Weltkrieg arbeiteten über 10.000 Menschen in den Gruben, die damals zu den modernsten Europas zählten, mit einer Rekordförderung von über 1,1 Millionen Tonnen Kohle im Jahr 1942. 1999 schloss die letzte Grube und beendete damit zugleich den Steinkohlebergbau in ganz Kroatien. Der 32,5 Meter hohe Förderturm Šoht aus dem Jahr 1940 steht bis heute als Wahrzeichen von Podlabin.
Aus dieser Bergbaugeschichte stammt auch das stolzeste Kapitel der Stadt: 1921 besetzten die Kumpel die Gruben und riefen die "Republik Labin" (Labinska republika) aus, einen der frühen Aufstände gegen den italienischen Faschismus. Nach 36 Tagen wurde die Erhebung niedergeschlagen, im kollektiven Gedächtnis der Region ist sie aber bis heute präsent. Die Arbeitswelt der Bergleute kannst du im Volksmuseum im Palast Battiala Lazzarini erleben, wo ein nachgebauter Stollen mitten in der Altstadt an den Alltag unter Tage erinnert.
Labin hat außerdem einen berühmten Sohn: Matthias Flacius Illyricus (Matija Vlačić), geboren 1520, wurde einer der wichtigsten Mitstreiter Martin Luthers und der protestantischen Reformation. Im Palast Franković-Vlačić in der Altstadt widmet sich eine eigene Ausstellung seinem Lebenswerk.
Als der Bergbau zu Ende ging, zogen Maler und Bildhauer in die leergewordenen Häuser der Oberstadt. Heute leben und arbeiten rund 30 akademische Maler in Labin, ihre Ateliers und kleinen Galerien reihen sich in den Gassen, viele davon offen für Besucher. Wer im Sommer kommt, trifft auf Straßenkunst und die "Art Republika", bei der die Altstadt an Sommerabenden zur Freiluftbühne mit Ausstellungen, Musik und Performances wird.
Der Bergbau ist seit 1999 Geschichte. Wo früher die Kumpel einfuhren, arbeiten heute rund 30 Maler in den Gassen der Altstadt.
Wenige Kilometer außerhalb liegt der Skulpturenpark im Ortsteil Dubrova, wo seit rund 40 Jahren internationale Bildhauersymposien stattfinden und weit über hundert Steinskulpturen frei auf den Wiesen stehen, zugänglich das ganze Jahr und ohne Eintritt. Damit ist Labin die vielleicht dichteste Künstleradresse Istriens, ein Kontrast zum Trubel der Badeorte an der Küste.
Zu Labin gehört mit Rabac der wichtigste Badeort an Istriens Ostküste, drei Kilometer und einige Serpentinen weiter unten am Wasser. Rabac ist eine Bucht mit weißen Kieselstränden und auffallend klarem Wasser, die beiden bekanntesten Strände Girandella und Maslinica tragen die Blaue Flagge, Maslinica ist zudem barrierefrei erschlossen. Alles zu Stränden, Hotels und Anreise der Bucht findest du auf der eigenen Seite zu Rabac.

Verbunden sind Ober- und Unterstadt durch einen gut zwei Kilometer langen, leichten Wanderweg, der von der Altstadt über kleine Bäche hinunter zur Bucht Maslinica führt. Für die Strecke solltest du je nach Tempo ein bis zwei Stunden einplanen, meist im Schatten von Bäumen und für so gut wie jede Kondition machbar. Wer nicht laufen mag, nimmt Auto oder Bus für die kurze Fahrt. Welche Strandtypen dich an der istrischen Küste erwarten, von Kies über Fels bis zu den seltenen Sandstränden, erklären wir unter Strände.
In der Altstadt isst du ruhiger und weniger touristisch als unten an der Promenade von Rabac: kleine Konobas mit istrischer Küche, Trüffelgerichten, hausgemachter Pasta und Olivenöl aus dem Umland, viele mit Blick über die Bucht. Ostistrien ist Trüffelland, im Herbst landen die schwarzen und weißen Knollen aus dem Hinterland auf den Tellern. Das große Nachtleben findest du in Labin nicht, die Abende enden hier eher gemütlich bei einem Glas Malvazija oder Teran, den beiden typischen istrischen Weinen. Wer mehr Betrieb will, fährt hinunter nach Rabac oder weiter an die Westküste.
Labins beste Ausflugskarte liegt im Rücken der Stadt: der Naturpark Učka mit dem Gipfel Vojak, der mit 1.401 Metern höchste Berg Istriens, auf dem seit 1911 ein Aussichtsturm steht. Bei klarer Sicht reicht der Blick von dort über die gesamte Kvarner Bucht, ein Kontrastprogramm zum Badetag unten am Meer. Mehr zur ganzen Region rund um Labin liest du im Überblick zur Kvarner-Bucht, deren Inseln du von der Fortica aus vor dir liegen siehst.
Nach Süden erreichst du in weniger als einer Stunde die istrische Hauptstadt Pula mit der römischen Arena, nach Westen die Postkartenstadt Rovinj und das grüne Binnenland mit den Trüffelorten rund um Motovun. Alle Orte und Hintergründe der Halbinsel findest du gebündelt auf der Regionsseite Istrien, die wichtigsten Ziele im Zusammenhang zeigt Sehenswürdigkeiten.
Der nächstgelegene Flughafen ist Pula, rund 40 Kilometer beziehungsweise etwa 50 Minuten südlich, im Sommer unter anderem ab Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart angeflogen. Etwas weiter, aber ebenfalls erreichbar ist der kleine Flughafen Rijeka auf der Insel Krk, rund 90 Kilometer entfernt.
Mit dem Auto profitierst du wie ganz Istrien von der kurzen Distanz ab Österreich und Süddeutschland: Ab Wien sind es rund 520 Kilometer und knapp sechs Stunden über Graz, Maribor und Ljubljana, ab München rund 500 Kilometer und etwas unter sieben Stunden über Salzburg und den Karawankentunnel. Damit ist Labin auch für ein langes Wochenende machbar. Denk an die Vignetten für Österreich und Slowenien, in Kroatien selbst zahlst du streckenbezogene Maut Maut in Kroatien. Alle Routen, Fahrzeiten und Kosten stehen unter Anreise.
In der Altstadt selbst gibt es einige stilvolle kleine Apartments und Gästezimmer in alten Steinhäusern, für alle, die morgens als Erste durch die stillen Gassen gehen wollen, bevor die Tagesgäste kommen. Die große Auswahl an Hotels und Ferienanlagen liegt unten in Rabac direkt am Wasser, dazu Apartments und Ferienhäuser im grünen Hinterland rund um Labin Ferienhäuser. Campingplätze findest du in der Region eher kleiner, die großen Anlagen Istriens liegen an der Westküste Camping.

Labin sitzt auf dem Hügel über Ostistrien, die Nachbarn erreichst du in wenigen Minuten bis knapp einer Stunde.
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Der höchste Punkt Istriens mit historischem Turm und freiem Blick auf die Kvarner Bucht.
Wahrzeichen über der Altstadt: Barockkirche, 60-Meter-Turm und die Legende der Heiligen Euphemia.
Wehrburg und Aussichtspark über Rijeka, direkt neben Kroatiens ältester Marienwallfahrtsstätte.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.
Tipp: An der Adria bleibt der Hochsommer heiß; im Winter kann die Bora kalte, böige Tage bringen.
Ja, wenn du eine der schönsten Altstädte Istriens sehen willst, dich für Geschichte und Kunst interessierst und den Strand trotzdem in wenigen Minuten unten in Rabac hast. Für einen reinen Badeurlaub direkt am Wasser buchst du besser gleich in Rabac und fährst zum Bummeln herauf.
Labin ist die mittelalterliche Künstlerstadt auf dem 320 Meter hohen Hügel mit Altstadt, Museen und Ateliers. Rabac ist der Badeort drei Kilometer weiter unten am Meer, mit Kieselstränden, Hotels und Promenade. Offiziell gehört Rabac als Stadtteil zu Labin, die beiden ergänzen sich also: oben Kultur und Aussicht, unten Strand und Baden.
Die autofreie Altstadt mit venezianischen Fassaden, die Loggia aus dem 16. Jahrhundert, den Aussichtspunkt Fortica auf der Stadtmauer, das Volksmuseum im Palast Battiala Lazzarini mit nachgebautem Bergwerksstollen und die Ausstellung zu Matthias Flacius im Palast Franković-Vlačić. Dazu kommen rund 30 Künstlerateliers und der Skulpturenpark Dubrova am Ortsrand.
Mit dem Auto oder Bus sind es rund drei Kilometer und wenige Minuten. Wer zu Fuß gehen will, nimmt den gut zwei Kilometer langen Wanderweg von der Altstadt hinunter zur Bucht Maslinica, ein bis zwei Stunden je nach Tempo, größtenteils schattig und für alle Altersgruppen geeignet.
Nach dem Ende des Bergbaus zogen Maler und Bildhauer in die leeren Häuser der Oberstadt. Heute leben und arbeiten rund 30 akademische Maler in Labin, ihre Ateliers und Galerien prägen die Gassen, dazu kommt der Skulpturenpark Dubrova mit internationalen Bildhauersymposien seit rund 40 Jahren.
Für die Altstadt selbst reicht ein halber bis ganzer Tag. In Kombination mit Strandtagen unten in Rabac, einer Wanderung zwischen beiden Orten und Ausflügen nach Pula oder in den Naturpark Učka lohnt sich eine ganze Woche in der Region.
Rund 40 Kilometer beziehungsweise etwa 50 Minuten mit dem Auto. Alternativ liegt der kleine Flughafen Rijeka auf der Insel Krk rund 90 Kilometer entfernt.
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