Fažana
Nebenan liegt Peroj, wo montenegrinische Familien 1657 vor den Osmanen flohen und bis heute orthodox blieben.

Istrien ist die herzförmige Halbinsel im Nordwesten Kroatiens und die am schnellsten erreichbare Urlaubsregion des Landes: Von München bist du mit dem Auto in etwa 6,5 Stunden dort, von Wien in rund 5,5 Stunden. An der Westküste zwischen Umag und Pula reihen sich die großen Badeorte Rovinj, Poreč und Umag, das grüne Hinterland um Motovun ist Kroatiens Trüffelregion. Istrien passt zu dir, wenn du Badeurlaub mit alten Küstenstädten, sehr gutem Essen und kurzer Anfahrt verbinden willst, ob mit Wohnwagen, Apartment oder Hotel.
Istriens Küstenorte liegen dicht beieinander. Zwischen Umag im Norden und Medulin im Süden fährst du kaum mehr als eine Stunde, du kannst also von einer Basis aus die halbe Halbinsel erkunden. Diese Orte solltest du kennen:
Rovinj ist die Postkartenstadt Istriens: Die Altstadt drängt sich auf einer ehemaligen Insel zusammen, oben thront die Kirche der heiligen Euphemia mit ihrem rund 60 Meter hohen Glockenturm, dem höchsten Istriens, gebaut nach dem Vorbild des Markusturms in Venedig. Auf der Spitze dreht sich eine 4,70 Meter hohe Bronzestatue der Heiligen im Wind, früher lasen die Fischer daran die Windrichtung ab. In den Gassen darunter haben sich Galerien, Konobas und Cocktailbars eingerichtet, billig ist Rovinj nicht mehr, schön aber jeden Abend, wenn die Fassaden im Hafen leuchten. Was dich in den Gassen, Buchten und auf den vorgelagerten Inseln erwartet, zeigt dir die Rovinj-Seite.
Poreč ist seit Jahrzehnten der Familienklassiker der Westküste, mit den großen Ferienzonen Zelena Laguna und Plava Laguna südlich der Stadt. Der eigentliche Grund für einen Stadtbummel ist die Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert: Ihre Goldmosaiken gehören zu den am besten erhaltenen frühbyzantinischen Kunstwerken überhaupt, seit 1997 ist der Komplex UNESCO-Welterbe. Drumherum verteilt sich ein römisches Straßenraster, das die Altstadt bis heute ordnet. Eintrittspreise, Lagunen-Strände und Ausflüge bündelt unsere Seite über Poreč.
Pula ist die größte Stadt Istriens und keine reine Urlaubskulisse, hier wird gearbeitet, studiert und Schiffbau betrieben. Mittendrin steht die Arena, ein römisches Amphitheater für rund 23.000 Zuschauer, begonnen unter Kaiser Augustus und in seiner heutigen Form im 1. Jahrhundert vollendet, heute das sechstgrößte erhaltene der Welt. Im Sommer laufen darin Konzerte und ein Filmfestival, was einen Abend in Pula ziemlich einmalig macht. Dazu kommen Augustustempel, Triumphbogen und ein Hafen voller Fischerboote. Arena-Tickets, Zerostrasse und die Buchten von Verudela stehen im Detail auf der Pula-Seite.
Umag liegt direkt hinter der slowenischen Grenze und ist damit der erste kroatische Badeort, den du auf der Anreise erreichst. Der Ort lebt vom Sport: Jeden Juli schlägt hier das ATP-Turnier Croatia Open auf, das seit 1990 läuft und auf dessen Sandplätzen schon Carlos Alcaraz seinen ersten Tour-Titel holte. Rund um die kleine Altstadt verteilen sich Tenniscamps, Radwege und einige der größten Campingplätze des Landes. Alles Weitere zu Tennis, Campingplätzen und Savudrija steht auf der Umag-Seite.
Novigrad ist die leise Alternative zwischen Umag und Poreč: ein Fischerstädtchen mit Stadtmauer, kleinem Hafen und einer erstaunlichen Dichte an guten Restaurants, die Region gilt unter Kroaten als Feinschmeckeradresse. Wer Trubel sucht, ist hier falsch, wer abends frischen Fisch am Wasser essen will, genau richtig. Warum das Städtchen bei Genießern so gut ankommt, erklärt unser Porträt von Novigrad.
Vrsar sitzt auf einem Hügel über einem geschützten Naturhafen, Casanova hat den Ort in seinen Memoiren verewigt. Direkt südlich beginnt der Limski Kanal, eine rund zehn Kilometer tief ins Land geschnittene Meeresbucht, in deren ruhigem Brackwasser Austern und Miesmuscheln gezüchtet werden. Die Bootstour durch die Bucht mit anschließendem Austernstopp ist der Klassiker unter den Ausflügen der Westküste. Koversada, Kastell und die Bootstouren in die Bucht beschreibt unser Vrsar-Porträt.
Fažana ist ein Fischerdorf mit bunter Hafenzeile gegenüber den Brijuni-Inseln, und genau das ist sein Trumpf: Vom Hafen setzt das Nationalpark-Boot in etwa 20 Minuten nach Veli Brijun über. Der Ort selbst bleibt angenehm dörflich, mit Sardellenfesten im Sommer und Blick auf vorbeiziehende Ausflugsschiffe. Wie du die Überfahrt planst und was Fažana sonst kann, zeigt dir die Fažana-Seite.
Medulin an der Südspitze ist vom Fischerdorf zum Ferienort mit langer Promenade gewachsen und hat mit dem Bijeca-Strand einen der seltenen Sandstrände Istriens, entsprechend beliebt ist er bei Familien. Von hier sind es nur ein paar Kilometer bis zum Kap Kamenjak, der wilden Südspitze der Halbinsel. Bijeca, Bootsausflüge und die Kamenjak-Preise findest du im Ortsporträt Medulin.
Rabac ist der wichtigste Badeort der Ostküste, eine Bucht mit weißen Kieselstränden und auffallend klarem Wasser unterhalb des Bergstädtchens Labin. Die Ostküste ist steiler und ruhiger als der Westen, wer Kiesbuchten und Wasserqualität über Promenadenleben stellt, wird hier glücklich. Labin oben auf dem Hügel liefert die Altstadt mit Aussicht dazu. Strände, Wasserqualität und den Weg hinauf nach Labin findest du gesammelt im Porträt von Rabac.
Wer Istrien nur an der Küste erlebt, verpasst die Hälfte. Das Binnenland besteht aus Weinbergen, Eichenwäldern und mittelalterlichen Städtchen auf Hügelkuppen.
Motovun ist das berühmteste davon, 277 Meter über dem Tal der Mirna, mit komplett erhaltener Stadtmauer und Weitblick über die Weinberge. Seit Giancarlo Zigante 1999 in den Wäldern unterhalb des Städtchens einen weißen Rekordtrüffel von 1,31 Kilogramm fand, ist die Region um Motovun, Livade und Buje das Zentrum des kroatischen Trüffelgeschäfts, mit Trüffelsuchen für Gäste, Verkostungsräumen und Restaurants, die das Knollengewächs über Pasta und Spiegelei hobeln. Wie du Mauerrundgang, Trüffelessen und Anfahrt am besten kombinierst, liest du im Ortsporträt Motovun.
Grožnjan ein paar Hügel weiter wäre in den 1960ern fast entvölkert gewesen, dann zogen Künstler in die leeren Häuser. Heute reihen sich mehrere Dutzend Galerien und Ateliers in den Gassen, im Sommer probt hier der Musiknachwuchs der Jeunesses Musicales, abends gibt es Jazzkonzerte unter freiem Himmel.
Hum schließlich nennt sich mit gut 30 Einwohnern kleinste Stadt der Welt, komplett mit Stadtmauer, Kirche und einer Konoba. Der Weg dorthin führt über die Glagolitische Allee, deren Denkmäler an die älteste slawische Schrift erinnern, die in dieser Gegend besonders lange in Gebrauch war.
Die Westküste von Umag bis Pula ist das touristische Istrien: flach auslaufende Küste, große Ferienanlagen, Promenaden, Sonnenuntergänge überm offenen Meer. Hier liegen fast alle bekannten Orte und die größten Campingplätze. Die Ostküste zwischen Labin und dem Kanal von Raša ist steiler, dünner besiedelt und jenseits von Rabac fast leer, dafür mit Blick auf die Kvarner-Inseln. Faustregel: Erste Kroatien-Reise mit Familie an die Westküste, Ruhesuchende und Wiederkehrer an die Ostküste.
Istriens Strände sind fast durchweg Kies-, Fels- und Betonplattenstrände mit sehr klarem Wasser, Sandstrände wie in Medulin sind die Ausnahme. Was die Region stattdessen bietet, sind zwei besondere Naturziele:
Das Kap Kamenjak bei Premantura, die Südspitze Istriens, steht seit 1996 unter Naturschutz: versteckte Badebuchten, Klippen zum Springen und Schotterwege für Räder. Eintrittspreise, Anfahrt und die schönsten Buchten stehen im Ortsporträt Medulin.
Der Nationalpark Brijuni vor Fažana umfasst 14 Inseln und ist seit 1983 Nationalpark. Auf der Hauptinsel Veli Brijun empfing Jugoslawiens Staatschef Tito jahrzehntelang Staatsgäste und Filmstars, heute fährst du dort mit dem Rad zwischen römischen Villenresten, Safaripark und Golfplatz aus der k.u.k.-Zeit umher. Einen Überblick über alle Strände der Region findest du unter Strände, alle Nationalparks des Landes unter Nationalparks.
Nirgendwo in Kroatien ist die Campingdichte höher als in Istrien. Von den 22 kroatischen Plätzen, die der ADAC bis 2023 als Superplätze führte, liegen 13 in Istrien, darunter Anlagen wie der Camping Park Umag mit rund 1.800 Stellplätzen. Die großen Plätze der Westküste sind eher Feriendörfer als Zeltwiesen, mit Pools, Mobilheimen und Glamping-Zelten. Reserviere für Juli und August früh, die bekannten Anlagen bei Rovinj, Poreč und Umag sind in der Hochsaison voll. Alle Details, Platztypen und Preise stehen unter Camping.
Wenn du lieber feste Wände hast: Apartments sind in Kroatien die häufigste Unterkunftsform, und Istrien hat neben den Küstenorten auch Steinhäuser mit Pool im Hinterland zu bieten.
Istriens Küche ist der beste Grund, abends nicht am Hotelbuffet zu bleiben. Drei Dinge musst du probieren:
Trüffel aus dem Motovuner Wald: Weiße Trüffel haben von September bis Januar Saison, mit Höhepunkt im Oktober, schwarze Trüffel gibt es das ganze Jahr. Klassisch werden sie über Fuži-Nudeln oder Rührei gehobelt.
Olivenöl: Der italienische Fachführer Flos Olei zählt Istrien seit 16 Jahren durchgehend zu den besten Olivenölregionen der Welt, in der Ausgabe 2025 stehen 73 istrische Erzeuger unter den 500 besten weltweit. Viele Ölmühlen zwischen Buje, Vodnjan und Savudrija kannst du besichtigen und dort direkt kaufen.
Malvazija: Die weiße Rebsorte Malvazija Istarska ist die wichtigste der Halbinsel und wächst in Kroatien auf über 1.700 Hektar. Ein kalter Malvazija zu Muscheln aus dem Limski Kanal ist das istrische Standardmenü, und es funktioniert jedes Mal.
Dazu kommen Pršut (luftgetrockneter Schinken aus dem windigen Binnenland), Boškarin-Rind und Fritaja mit wildem Spargel im Frühjahr.
Istrien ist für Süddeutsche und Österreicher die Wochenendregion unter Kroatiens Küsten:
Denk an die Vignetten für Österreich und Slowenien, in Kroatien selbst zahlst du streckenbezogene Maut. Alle Routen, Fahrzeiten und Kosten findest du unter Anreise.
Istrien ist die mildeste Küstenregion Kroatiens: Die Sommer sind heiß, aber ein bis zwei Grad gemäßigter als in Dalmatien, das Meer erreicht im Hochsommer 23 bis 25 Grad. Für Badeurlaub sind Juni bis September ideal, Mai und Oktober gehören den Radfahrern, Wanderern und Trüffelfans. Klimatabellen und Wassertemperaturen für alle Monate findest du unter Wetter und Klima.
Mit dem Auto ab Wien in etwa 5,5 Stunden (rund 545 km bis Poreč), ab München in etwa 6,5 Stunden (rund 600 km). Damit ist Istrien die am schnellsten erreichbare Küstenregion Kroatiens. An Sommersamstagen kommen durch Staus an Tauern, Karawanken und Grenze ein bis drei Stunden dazu.
Pula, im Süden der Halbinsel. Im Sommer 2026 fliegt Eurowings unter anderem ab Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart dorthin. Für die Ostküste kann auch Rijeka auf der Insel Krk praktisch sein.
In Istrien: Hum im Binnenland hat gut 30 Einwohner und trägt den Titel der kleinsten Stadt der Welt. Zum Stadtrecht gehören Stadtmauer, Kirche und ein Rathaus, die Besichtigung ist in einer halben Stunde erledigt und lässt sich gut mit Motovun und Grožnjan verbinden.
Der Vojak im Učka-Gebirge an der Ostgrenze der Halbinsel misst 1.401 Meter. Auf dem Gipfel steht ein Aussichtsturm von 1911, bei klarer Sicht reicht der Blick über die Kvarner Bucht bis nach Venedig.
Weiße Trüffel haben von September bis Januar Saison, am besten ist der Oktober, wenn rund um Motovun und Livade die Trüffelfeste laufen. Schwarze Trüffel werden das ganze Jahr über gefunden, du bekommst also auch im Sommerurlaub frische Trüffelgerichte.
Im Juli und August angenehme 23 bis 25 Grad, badetauglich von etwa Mitte Juni bis Ende September. Den Monatsvergleich aller Regionen samt Wassertemperaturen findest du unter Wetter und Klima.
Die Westküste zwischen Umag und Pula hat die bekannten Orte, die flachen Strände und die große Auswahl an Unterkünften, ideal für den ersten Istrien-Urlaub und für Familien. Die Ostküste um Rabac und Labin ist steiler, ruhiger und hat auffallend klares Wasser, dafür weniger Infrastruktur.
Jeder Ort mit eigener Seite: Strände, Anreise, Preise und was dich vor Ort erwartet.
Nebenan liegt Peroj, wo montenegrinische Familien 1657 vor den Osmanen flohen und bis heute orthodox blieben.
Istriens Künstlerstadt über dem Meer: autofreie Altstadt auf 320 Metern, Bergbaugeschichte und der Badeort Rabac zu Füßen.
Gegenüber auf der Halbinsel liegt eine römische Kaiservilla mit Mosaiken und einer echten Fußbodenheizung.
Ein Trüffelsucher fand hier 1999 einen 1,31 Kilogramm schweren weißen Trüffel, damals der größte der Welt.
Das private Museum Gallerion zeigt die zweitgrößte Sammlung zur k.u.k.-Kriegsmarine weltweit, gleich hinter Wien.
Der Grundriss der Altstadt folgt bis heute dem römischen Straßenraster aus Decumanus und Cardo Maximus.
Istriens Südspitze und Tor zum Naturpark Kamenjak, Top-Spot für Wind- und Kitesurfer.
Direkt neben dem Sergierbogen wohnte 1904 und 1905 der junge James Joyce und unterrichtete Englisch.
Labin über der Bucht trieb fast 400 Jahre Bergbau, bis 1999 die letzte Grube Kroatiens schloss.
Nicht das Boot selbst steht auf der UNESCO-Liste, sondern die Art, wie Rovinj den Bau der Batana am Leben hält.
Auf dem Sand des Center Courts gewann ein 18-jähriger Carlos Alcaraz 2021 seinen ersten Tour-Titel.
Aus dem alten Steinbruch Montraker wurde eine Bildhauerschule, ihre Werke stehen bis heute über die ganze Stadt verteilt.
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