Museum Apoxyomenos in Mali Lošinj
Ein Museum für eine einzige Statue: die Bronze vom Meeresgrund vor Lošinj, geborgen 1999, seit…

Pag ist die kroatische Insel mit dem größten Kontrast im Programm: auf der einen Seite eine karge, fast baumlose Steinwüste, die aussieht wie eine Mondlandschaft, auf der anderen mit dem Zrće Beach bei Novalja Kroatiens bekanntester Partystrand. Dazwischen liegen Salzgärten, Schafweiden und in Pag-Stadt eine der ältesten Spitzenklöppel-Traditionen Europas. Mit rund 285 Quadratkilometern Fläche und der längsten Küstenlinie aller kroatischen Inseln ist Pag groß genug, dass diese Gegensätze nebeneinander Platz haben. Die Insel lohnt sich damit für zwei sehr unterschiedliche Urlaubertypen: junge Reisende, die im Sommer feiern wollen, und alle, die Naturlandschaft, Käse und Ruhe suchen. Beides lässt sich hier gut trennen. Mit dem Auto erreichst du Pag im Süden über eine mautfreie Brücke oder im Norden über die kurze Fähre Prizna nach Žigljen, der nächste Flughafen ist Zadar (ZAD).
Wer sich Pag von Osten nähert, sieht erst einmal fast nichts Grünes: nackter, beigefarbener Fels, kaum Bewuchs, dazwischen das tiefblaue Meer und im Hintergrund der Velebit. Diesen Teil der Insel nennen Einheimische und Reiseführer gleichermaßen die Mondlandschaft, manche vergleichen sie auch mit dem Mars. Verantwortlich dafür ist die Bura, der kalte Fallwind, der vom Velebit-Gebirge auf die Insel herunterstürzt und dabei Salzwasser aus der Adria über die Vegetation trägt. An der Maslenica-Brücke bei Zadar, wo dieselbe Bura vom Velebit herabfällt, wurde am 21. Dezember 1998 mit 248 km/h die bislang stärkste gemessene Bura-Böe der Region registriert, auf Pag selbst hat der Wind schon Windkraftanlagen zerstört. Das Ergebnis dieser jahrhundertelangen Salzdusche: eine Vegetation aus niedrigen, aromatischen Kräutern wie Salbei, wildem Fenchel und Thymian, die der Insel ihren kargen Charakter und, wie du gleich liest, auch ihren berühmtesten Käse geben.

Die heutige Stadt Pag ist keine gewachsene Altstadt, sondern eine geplante: Der venezianische Baumeister Juraj Dalmatinac legte ab 1443 ein geometrisches Straßenraster mit geradlinigen Gassen an, um die alte, gut einen Kilometer weiter südlich gelegene Stadt zu ersetzen. Am zentralen Platz steht als sein Hauptwerk die spätgotische Pfarrkirche Sveta Marija mit ihrer aufwendigen Fensterrose. Weltberühmt ist Pag-Stadt aber vor allem für die paška čipka, die Pager Spitze: eine mit Nadel, Baumwollfaden und Nadelkissen geklöppelte Handarbeit, deren erste schriftliche Erwähnung ins 15. Jahrhundert zurückreicht, als Benediktinerinnen des örtlichen Klosters sie webten. Seit 2009 steht die Pager Spitze zusammen mit der Lepoglava- und der Hvar-Spitze auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. In den Gassen rund um den Hauptplatz verkaufen Klöpplerinnen ihre Arbeiten noch heute direkt.
Direkt südlich der Stadt erstrecken sich auf rund 225 Hektar die Salzgärten von Pag, deren erste schriftliche Erwähnung aus dem 10. Jahrhundert stammt. Die Saline zählt zu den ältesten Betrieben ihrer Art an der Adria und wurde ab 1911 modernisiert, heute ist Solana Pag der größte Meersalz-Produzent Kroatiens. Meerwasser aus der Bucht von Pag verdunstet in den Freiluftbecken unter Sonne und Wind, das Ergebnis ist das feine, mineralreiche Pager Meersalz, das du in fast jedem Supermarkt des Landes findest.
Novalja im Norden ist das Gegenprogramm zur ruhigen Inselstadt. Die Kleinstadt mit rund 3.700 Einwohnern trägt die Partysaison der Insel, und rund zwei Kilometer außerhalb liegt in einer eigenen Bucht der Zrće Beach, Kroatiens bekanntester Partystrand mit Open-Air-Clubs und internationalen Festivals von Juni bis August. Aber auch Novalja ist mehr als Vorglühen: Unter der Stadt verläuft der rund 1,2 Kilometer lange römische Wasserkanal Talijanova buža, vor rund 2.000 Jahren von Hand aus dem Fels geschlagen. Weil beide Themen eine eigene Tiefe verdienen, haben wir ihnen eigene Seiten gewidmet: alles zum Ort samt Stadtstrand, römischem Untergrund und Anreise auf der Novalja-Seite Novalja, alles zu Beach-Clubs, Festivals und dem Weg zum Strand auf der Seite zum Zrće Beach Zrce Beach.
Mit rund 285 Quadratkilometern ist Pag groß genug, dass Partytrubel und Ruhe nebeneinander Platz haben.
Der Zrće Beach ist nur ein Ausschnitt aus dem Strandangebot der Insel, direkte Nachbarn und andere Ecken sind vom Trubel weit entfernt. Auf der Halbinsel gegenüber von Novalja, gut 20 Autominuten entfernt, liegt Ručica in einer tief eingeschnittenen, von hohen Felswänden geschützten Bucht mit weißem Kies und auffallend klarem Wasser, die unbefestigte Zufahrt hält Tagesausflügler fern. Wenige Kilometer weiter südlich folgt Beritnica bei Metajna, nur zu Fuß oder per Boot erreichbar, ohne Schatten und Infrastruktur, dafür mit ruhigem Wasser zum Schnorcheln. Bei Novalja selbst grenzt der zwei Kilometer lange Sand-Kies-Strand von Camping Straško an, einer der größten und bekanntesten Küstenabschnitte der Insel. Ansonsten gilt auf Pag wie fast überall an der Adria: Kies und Fels dominieren, echten Sand suchst du eher andernorts, alle Details zu Kroatiens Stränden liest du unter Strände.
Der Paški sir ist der bekannteste Käse Kroatiens und trägt seit 2019 das EU-Siegel geschützte Ursprungsbezeichnung: Nur Käse aus der Milch der rund 40.000 Pager Schafe, einer eigenen, praktisch nur hier vorkommenden Rasse, darf so heißen. Die Tiere weiden frei auf den kargen, von der Bura mit Meersalz besprühten Weiden und fressen dabei aromatische Kräuter wie Salbei, wilden Fenchel und Thymian, was dem Käse seine würzige, leicht salzige Note gibt. Je nach Reifezeit von 60 Tagen bis 18 Monate ist er mild und cremig oder fest und krümelig, vergleichbar mit jungem Pecorino, nur salziger und aromatischer. Nach demselben Prinzip, salzige Bura-Weide, entsteht auch das würzige Lammfleisch der Insel. Zum Abendprogramm: In Novalja und rund um den Zrće Beach läuft von Juni bis August internationale Clubmusik bis in den Morgen, in Pag-Stadt und den kleineren Orten dominieren Konobas mit Fisch, Lamm und Käseplatte.
Im äußersten Norden der Insel liegt Lun, ein Dorf inmitten des größten Wildolivenhains an der gesamten Adriaküste: Auf einer geschützten Kernfläche von rund 24 Hektar wachsen mehr als 80.000 Olivenbäume, rund 1.500 davon sollen älter als 1.000 Jahre sein, der älteste Schätzungen zufolge sogar rund 1.600 Jahre. Seit 1963 steht der Hain als botanisches Schutzgebiet unter Naturschutz, ein Lehrpfad führt durch die knorrigen alten Bäume. Auf halber Strecke zwischen Pag-Stadt und Novalja liegt Kolan, das Zentrum der Käseproduktion und Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Salzweiden, weiter westlich das ruhige Šimuni mit einer der bekannten Camping- und Marina-Anlagen der Insel. Von Pag aus erreichst du außerdem in wenigen Fährminuten die Nachbarregion: Wie sich die Kvarner-Inseln Krk, Rab, Cres und Lošinj unterscheiden, liest du unter Kvarner, einen Überblick über alle kroatischen Inseln findest du unter Inseln.
Pag ist eine der wenigen kroatischen Inseln, auf die du ganz ohne Schiff kommst: Die 1968 eröffnete Betonbogenbrücke Paški most verbindet den Süden der Insel bei Ljubačka Vrata mit dem Festland unweit von Zadar, mautfrei und ohne Wartezeit. Von Norden kommend nimmst du stattdessen die Fähre Prizna nach Žigljen, eine Kurzstrecke von nur 15 Minuten, die ganzjährig im dichten Pendelverkehr fährt. Welche Route sich für dich lohnt, hängt von deinem Ziel auf der Insel ab: Für Novalja und den Norden ist Prizna oft der direktere Weg, für Pag-Stadt und den Süden die Brücke. Wie sich Brücke und Fähre im Detail schlagen, samt Taktung, Preisen und Bura-Sperren, liest du auf unserer Fährseite für Pag Pag, alle Fährrouten Kroatiens im Überblick stehen unter Fähren.
Der nächste Flughafen ist Zadar (ZAD), von dort sind es rund 80 bis 110 Kilometer bis Novalja, je nachdem, ob du über die Brücke im Süden oder über Karlobag und die Fähre im Norden fährst. Aus Österreich ist die Insel überraschend nah: Ab Wien sind es rund 660 Kilometer und knapp 7 Stunden reine Fahrzeit über Graz, Maribor und Zagreb, ab München rechnest du über Salzburg und Ljubljana mit rund 780 Kilometern und etwas über 8 Stunden bis zur Brücke, jeweils zuzüglich Grenz- und Pausenzeiten. Beide Routen führen durch Slowenien, wo eine Vignette fällig wird, dazu kommt die kroatische Streckenmaut, Details dazu unter Maut in Kroatien. Ein eigenes Auto ist auf Pag klar von Vorteil, weil die Orte weit auseinanderliegen und der Bus-Takt zwischen ihnen dünn ist. Alle Routen und die Bahn-Alternative ab Wien und München findest du unter Anreise.
Camping hat auf Pag großes Gewicht: Direkt bei Novalja liegt mit Straško einer der bekanntesten Plätze der kroatischen Küste, samt eigenem FKK-Bereich direkt am Strand, dazu kommen das Bucht-Resort bei Šimuni und weitere Plätze rund um Pag-Stadt, den Überblick über alle Regionen liefert Camping. Bei festen Unterkünften dominiert wie überall an der Adria das private Apartment. In Novalja ist das Angebot wegen der Partysaison besonders groß und in den Sommermonaten früh ausgebucht, ruhiger wohnst du in Pag-Stadt oder in den kleineren Orten wie Kolan und Šimuni. Wer lieber ein eigenes Haus mit Pool bucht, findet die Suchtipps unter Ferienhäuser.
Zwei Welten teilen sich eine Insel, und ein paar Fährminuten weiter liegen die Kvarner-Nachbarn.
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Camping Ugljanab 55 €/Nacht
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Ein Museum für eine einzige Statue: die Bronze vom Meeresgrund vor Lošinj, geborgen 1999, seit…
Kroatiens wichtigstes Kletterrevier: zwei Schluchten im Velebit direkt über dem Meer bei Starigrad.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: Mai bis Juni sowie September bis Oktober.
Tipp: An der Adria bleibt der Hochsommer heiß; im Winter kann die Bora kalte, böige Tage bringen.
Ja, aber die Antwort hängt davon ab, was du suchst. Für Partyurlaub im Sommer ist Novalja mit dem Zrće Beach eine der ersten Adressen Kroatiens. Für Naturliebhaber, die karge Landschaft, Käse und Ruhe suchen, ist der Rest der Insel, allen voran Pag-Stadt und der Norden bei Lun, genauso interessant, und die beiden Welten liegen weit genug auseinander, um sich nicht in die Quere zu kommen.
Nein. Der Trubel konzentriert sich fast komplett auf Novalja und den Zrće Beach. Pag-Stadt mit seiner Spitzentradition, die Salzgärten, die Olivenhaine von Lun und die ruhigen Buchten abseits des Zrće sind ein komplett anderes Programm und bleiben auch im August entspannt.
Für Strand und ein bis zwei Ausflüge reichen drei bis vier Tage. Wer sowohl Novalja als auch Pag-Stadt, die Salzgärten und die Olivenbäume von Lun sehen will, plant besser fünf bis sieben Tage ein.
Pag-Stadt im Süden ist die ruhige Renaissance-Altstadt mit Spitzentradition und den Salzgärten. Novalja im Norden ist der junge, laute Ort mit dem Zrće Beach und der Partysaison. Beide liegen auf derselben Insel, gut 20 Fahrminuten auseinander. Details zu Novalja stehen unter Novalja.
Im Süden über die mautfreie Brücke Paški most unweit von Zadar, im Norden über die 15-minütige Fähre Prizna nach Žigljen, die ganzjährig verkehrt. Eine dritte Autoverbindung gibt es nicht, dazu kommt ein Katamaran ab Rijeka über Rab nach Novalja für Fußgänger.
Kroatiens bekanntester Käse, ein Hartkäse aus der Milch der Pager Schafe mit EU-Ursprungsbezeichnung seit 2019. Die salzig-würzige Note kommt von den Kräutern, die die Schafe auf den vom Bura-Wind mit Meersalz besprühten Weiden fressen.
Das kommt auf den gesuchten Urlaub an. Pag punktet mit Partynächten am Zrće, kargem Landschaftscharakter und Käse, Rab mit echten Sandstränden und einem ruhigeren, familienfreundlichen Profil Rab. Wer Sand und Ruhe will, nimmt Rab, wer Trubel und Kontrastlandschaft sucht, Pag.
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