Marjan-Halbinsel in Split
Waldpark auf der Halbinsel Splits mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und Buchten.

Brač liegt Split direkt gegenüber und ist die unkomplizierteste der großen dalmatinischen Inseln: kurze Überfahrt, viele Apartments und Ferienhäuser, dazu mit dem Zlatni Rat bei Bol Kroatiens meistfotografierter Strand. Mit 396 Quadratkilometern ist Brač die größte Insel Dalmatiens und die drittgrößte der Adria, bewohnt von rund 14.000 Menschen, die meisten davon im Fährhafen Supetar. Ohne Auto und ohne Fähre kommst du hier nicht hin, dafür bist du ab Split in etwas mehr als einer Stunde am Ziel. Wer Hvars Partyleben nicht braucht und trotzdem Strand, Berge und ein bisschen Geschichte will, ist auf Brač richtig.
Über der Südküste bei Bol erhebt sich die Vidova Gora Vidova Gora, mit 778 Metern der höchste Gipfel aller Adria-Inseln. Eine geteerte Straße durch den Pinienwald führt fast bis zum Gipfel, zu Fuß ab Bol dauert der Aufstieg rund zwei Stunden. Oben liegt dir bei klarer Sicht ganz Hvar wie eine Landkarte zu Füßen, dahinter Vis und die Berge der Halbinsel Pelješac.
Im Hafenort Pučišća an der Nordküste steht seit 1909 eine der ganz wenigen Steinmetzschulen Europas, gegründet vom österreichischen Bauministerium in Wien. Bis heute lernen hier angehende Steinmetze, mit denselben Werkzeugen und Techniken zu arbeiten, die schon zur Zeit der Renaissance galten. Aus dem weißen Kalkstein der Brač-Steinbrüche entstand unter anderem der Diokletianpalast in Split, und in Reiseführern liest du regelmäßig, ein Teil sei auch beim Weißen Haus in Washington verbaut worden. Ganz sauber belegt ist das nicht, viele Quellen formulieren selbst vorsichtig ("soll verwendet worden sein"), aber dass Brač-Stein für prestigeträchtige Bauten der Adria und darüber hinaus gefragt war und ist, steht außer Frage.
Aus dem weißen Kalkstein der Brač-Steinbrüche entstand der Diokletianpalast in Split, gehauen von Steinmetzen, die ihr Handwerk bis heute in Pučišća lernen.
Tief in einer Schlucht im Inselinneren, unterhalb der Vidova Gora, versteckt sich die Einsiedelei Blaca: Ab 1551 flüchteten sich glagolitische Priester vor den Osmanen in eine Höhle am steilen Hang und bauten daraus über Jahrhunderte einen Klosterkomplex mit Kirche, Schule, Bibliothek und sogar einer eigenen Druckerei. Bis 1963 lebte hier der letzte Klosterverwalter, der die Einsiedelei nebenbei als Sternwarte nutzte, zwei nach ihm benannte Asteroiden erinnern daran. Erreichbar ist Blaca nur zu Fuß oder per Boot, was die Abgeschiedenheit bis heute erhalten hat.
Wer noch weiter zurück in die Geschichte will, fährt ins Dorf Škrip, mit über 5.000 Jahren die älteste Siedlung der Insel und schon lange vor den Römern illyrisch besiedelt. Im Radojković-Turm, der auf einem römischen Mausoleum aus dem 3. Jahrhundert steht, ist heute das Inselmuseum untergebracht, drumherum liegen Wehrmauern, eine Barockkirche und jede Menge römische Spolien zwischen den Häusern.
Das Zlatni Rat Zlatni Rat (Goldenes Horn) bei Bol ist Kroatiens berühmtester Strand: eine feine Kieszunge, die sich rund 500 Meter ins Meer schiebt, keine zwei Kilometer westlich von Bol. Ihre Form ist nie fest, Wind und Strömung schieben die Spitze mal nach links, mal nach rechts, kein Luftbild gleicht dem anderen. Nachmittags frischt hier zuverlässig der Maestral auf, weshalb Bol neben dem Fotomotiv auch eines der besten Windsurf-Reviere der Adria ist, gleich mehrere Surfschulen liegen direkt am Strand. Fürs Kitesurfen ist die Bucht dagegen nur bedingt geeignet, der Wind kommt eher ablandig und der Strand fällt steil ab.

Abseits von Bol ist Brač wie fast die gesamte Adria: Kies und Fels statt Sand. Rund um Supetar und Milna liegen flache Kiesbuchten mit guter Infrastruktur, ideal für Familien mit kleinen Kindern, während die Küste zwischen den Orten oft naturbelassen bleibt. Einen kompletten Überblick über alle Strandtypen Kroatiens findest du unter Strände.
Brač lebt neben dem Tourismus von Wein und Olivenöl, ein Teil davon trägt inzwischen ein geschütztes Herkunftssiegel. In den Konobas der Insel bekommst du entsprechend, was das Hinterland hergibt: gegrillten Fisch, Lammfleisch vom Grill und Olivenöl direkt vom Hof, dazu Weine, die auf den steilen Südhängen wachsen. Ein Abendleben wie auf Hvar mit Beachclubs bis zum Sonnenaufgang gibt es auf Brač nicht, in Bol und Supetar reihen sich stattdessen Strandbars und Cafés an der Promenade, entspannt statt aufgedreht.
Supetar ist mit gut 3.300 Einwohnern der größte Ort und der Fährhafen der Insel, entsprechend trubelig geht es hier zu, mit Strandpromenade, Café-Reihe und dem nötigsten für den ersten und letzten Urlaubstag.
Milna an der Westküste ist der ruhigere Gegenpol: eine tief eingeschnittene Bucht, an deren Nordufer noch die Kapitänshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen, als der Ort ein wohlhabendes Hafenzentrum der Venezianischen Republik war. Bis heute liegt hier mit der ACI-Marina der einzige größere Yachthafen der Insel, rund 200 Plätze im Wasser und 20 an Land.
Pučišća, bekannt für seine Steinmetzschule, liegt in einer der am tiefsten eingeschnittenen Buchten der Adria und ist einen Abstecher wert, schon wegen der weißen Steinfassaden, die den ganzen Ort prägen.
Wer die Insel mit anderen kombinieren will: Split ist die Drehscheibe für Hvar, Vis und Korčula, alle drei sind ein Katamaran- oder Fährticket entfernt Inseln. Und wer nach Dalmatien fährt, findet Trogir und Split selbst gebündelt unter Dalmatien.
Anders als Krk oder Pag hat Brač keine Brücke zum Festland, du kommst nur per Schiff hinüber. Die Autofähre Split nach Supetar ist die Hauptverbindung, sie braucht rund 50 Minuten und fährt ganzjährig, im Sommer mehrmals täglich. Das Ticket gilt tagesgültig für jede Abfahrt des gedruckten Datums, eine feste Reservierung brauchst du hier nicht, im Hochsommer solltest du trotzdem früh am Hafen sein. Zusätzlich verkehrt im Sommer ein Schnellboot direkt ab Split nach Bol, praktisch, wenn dein Ziel ohnehin die Südküste ist. Wer im Osten der Insel wohnt, nutzt die kurze Fähre Makarska nach Sumartin. Was die drei Verbindungen unterscheidet und worauf du bei der Buchung achtest, nimmt unsere Fährseite für Brač auseinander Brac; alle Routen, Reedereien und Buchungstipps für die gesamte Adria stehen gebündelt unter Fähren.
Aus Österreich fährst du zunächst die rund 7,5 Stunden bis Split, ab München sind es etwa 9 Stunden, jeweils der Fährhafen für Brač, Hvar und Vis Anreise. Wer fliegt, landet in Split, dem nächstgelegenen internationalen Flughafen, oder alternativ in Dubrovnik für die südlichere Anreise über Korčula. Ein eigenes Auto lohnt sich auf Brač, weil die Insel groß genug ist, dass Bol, Supetar, Milna und Pučišća sonst nur mit dem raren Linienbus verbunden sind.
Auf Brač dominieren private Apartments und Ferienhäuser, in Supetar und Bol kommt eine solide Auswahl an Mittelklasse-Hotels dazu. Wer Ruhe sucht, bucht abseits von Bols Strandpromenade oder direkt in Milna oder Pučišća, wo abends nur die Konobas geöffnet haben. Camper finden auf der Insel einige kleinere und mittlere Plätze, die großen Anlagen Dalmatiens liegen eher auf dem Festland und den Kvarner-Inseln Camping. Ferienhäuser mit eigenem Pool sind im Hinterland zwischen den Orten gefragt, gerade für Familien eine entspannte Alternative zum Strandtag Ferienhäuser.
Split ist die Drehscheibe für die mitteldalmatinischen Inseln, alle drei sind ein Katamaran- oder Fährticket entfernt.
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Waldpark auf der Halbinsel Splits mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und Buchten.
Kroatiens meistfotografierter Strand bei Bol, eine Kieszunge, die mit jedem Wind ihre Form ändert.
Der römische Kaiserpalast, in dem Split bis heute wohnt, kocht und feiert.
Aussichtsfestung über der Altstadt von Hvar mit Blick auf die Pakleni-Inseln.
778 Meter hoher Aussichtsgipfel über Bol, der höchste Punkt aller kroatischen Inseln.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis November.
Tipp: An der Adria bleibt der Hochsommer heiß; im Winter kann die Bora kalte, böige Tage bringen.
Ja, vor allem für Familien und alle, die Strand mit ein bisschen Kultur und Natur verbinden wollen. Brač ist unkomplizierter und günstiger als Hvar, hat mit dem Zlatni Rat aber trotzdem einen der bekanntesten Strände Kroatiens.
Rund um Zlatni Rat und in Bol wird es im Juli und August eng, gerade mittags am Strand selbst. Supetar bleibt trubelig, aber alltäglicher, und im Hinterland sowie in Milna oder Pučišća findest du auch in der Hochsaison noch Ruhe.
Für Zlatni Rat, einen Ausflug auf die Vidova Gora und einen Abstecher nach Pučišća oder Milna reichen 3 bis 4 Tage. Wer die Blaca-Einsiedelei und Škrip dazunehmen will, plant besser eine Woche ein.
Die Vidova Gora auf Brač mit 778 Metern, oberhalb von Bol gelegen. Sie ist der höchste Punkt aller kroatischen Inseln und bei klarer Sicht reicht der Blick bis Hvar und Vis.
Bei Bol an der Südküste von Brač, keine zwei Kilometer westlich des Ortszentrums. Ab Split erreichst du Bol mit der Autofähre nach Supetar plus rund 35 Kilometer Fahrt über die Insel oder im Sommer direkt per Schnellboot.
Das hängt vom Urlaubstyp ab: Brač ist familienfreundlicher, ruhiger und günstiger, mit dem Zlatni Rat aber trotzdem ein Fotostar. Hvar Hvar punktet mit Nachtleben, Yachthafen-Flair und deutlich höheren Preisen. Wer beides sehen will, kombiniert die beiden Inseln über die kurze Fährverbindung ab Sumartin nach Makarska und weiter zu Hvars Ostküste. Der komplette Insel-Überblick mit allen Charakteren steht unter Inseln.
Für Bol, Zlatni Rat und die Vidova-Gora-Straße ist ein Auto praktisch, weil Busse selten fahren und die Insel für Fußgänger zu groß ist. Wer nur eine Woche in einem Ort bleibt, kommt mit dem Linienbus und gelegentlichen Taxis auch ohne aus.
Diese Behauptung taucht in fast jedem Reiseführer auf, sauber historisch belegt ist sie aber nicht durchgängig, seriöse Quellen formulieren sie selbst vorsichtig. Unstrittig ist dagegen, dass der weiße Kalkstein aus den Steinbrüchen um Pučišća für den Diokletianpalast in Split und weitere bedeutende Adria-Bauten verwendet wurde.
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