
Für jedes Motorboot in Kroatien brauchst du 2026 mindestens das Küstenpatent Kategorie A, offiziell das Uvjerenje o osposobljenosti za voditelja brodice, gültig für Boote bis 7 Meter und 15 kW Motorleistung. Größere oder stärker motorisierte Boote sowie jede Charteryacht mit Kabine verlangen Kategorie B, die zusätzlich die Funkberechtigung einschließt. Die Prüfungsgebühr (državna pristojba) liegt 2026 nach Angaben kroatischer Prüfungsvorbereiter bei 23,23 Euro für Kategorie A und 58,40 Euro für Kategorie B auf Kroatisch, Richtwert Stand September 2026; eine Gebührentabelle des Ministeriums ist öffentlich nicht auffindbar. Die Prüfung legst du beim Ministerium in Zagreb oder bei einer der acht Lučke kapetanije entlang der Küste ab, darunter Pula und Rijeka für Istrien und die Kvarner-Bucht.
Der Diesel springt im Hafen von Pula an, die Leinen fallen, und schon hinter der Mole öffnet sich das Wasser Richtung Kap Kamenjak. Salzige Luft, das Ufer wird kleiner, vor dir liegt ein Nachmittag zwischen Buchten und offenem Meer. Bevor du so ablegen darfst, taucht für die meisten Urlauber eine Frage auf: Reicht der heimische Bootsführerschein, oder brauchst du extra ein kroatisches Patent? Die Antwort hängt vor allem an der Bootsgröße und der Motorleistung, dazu daran, ob ein Funkgerät an Bord ist.
Beide Kategorien beruhen auf dem Pravilnik o brodicama i jahtama (Narodne novine 27/2005, zuletzt geändert 8/2020), dessen Kapitel zu Besatzung und Befähigung weiter in Kraft sind. Die 18 Meter Bootslänge als Obergrenze für Kategorie B steht seit 2020 in Artikel 48 des Pravilnik o brodicama, čamcima i jahtama (Narodne novine 13/2020), der an dieser Stelle die frühere Grenze von 30 Bruttotonnen ersetzt. Eine praktische Ausbildung auf dem Wasser schreibt der Pravilnik nicht vor, Pflicht ist nur die theoretische Prüfung.
| Kategorie | Bootslänge | Motorleistung | Mindestalter Prüfung | Fahrgebiet und Funk |
|---|---|---|---|---|
| A | bis 7 m | bis 15 kW (rund 20 PS) | 15 Jahre | bis 6 Seemeilen vor der Küste, keine Funkberechtigung enthalten |
| B | bis 18 m | ohne Grenze ab 18 Jahren, bis dahin bis 15 kW | 16 Jahre | bis 12 Seemeilen vor der Küste, in den meisten EU-Ländern anerkannt, UKW-Funkberechtigung inklusive |
Kategorie A deckt das klassische Urlaubsboot ab: ein kleines Motorboot oder Schlauchboot, mit dem du in Buchten und entlang der Küste unterwegs bist. Kategorie B ist der Grundschein für größere Yachten, ob Motor oder Segel, und zugleich die einzige Möglichkeit, ohne separates Funkzeugnis eine Charteryacht mit Kabine zu steuern. Legst du die Prüfung für B mit 16 oder 17 Jahren ab, darfst du bis zum 18. Geburtstag trotzdem nur mit bis zu 15 kW Motorleistung fahren, danach entfällt die Grenze.
Eine Mindestgrenze für kleine Motoren gibt es dabei nicht: Auch ein Schlauchboot mit einem wenige kW starken Außenborder braucht mindestens Kategorie A. Eine vielzitierte Ausnahme für Mietboote bis 5 Meter und 5 kW Motorleistung in Ufernähe wurde 2022 zwar öffentlich diskutiert, ist aber bis heute, Stand September 2026, nie in Kraft getreten.
So läuft die Prüfung ab, egal ob du sie gezielt vor der Reise planst oder direkt im Urlaub ablegst.
Acht Lučke kapetanije nehmen die Prüfung entlang der kroatischen Küste ab, dazu kommen zahlreiche Zweigstellen (Ispostava), die Anmeldung und Termine vor Ort abwickeln. Für Istrien und die Kvarner-Bucht sind das diese Stellen, dazu vier der fünf dalmatinischen Hafenämter, ergänzt um Senj an der Velebit-Küste und Ploče in Süddalmatien:
| Ort | Status | Region |
|---|---|---|
| Pula | Hafenamt | Istrien |
| Poreč | Zweigstelle von Pula | Istrien |
| Rovinj | Zweigstelle von Pula | Istrien |
| Umag | Zweigstelle von Pula | Istrien |
| Rabac | Zweigstelle von Pula | Istrien |
| Rijeka | Hafenamt | Kvarner |
| Krk | Zweigstelle von Rijeka | Kvarner |
| Rab | Zweigstelle von Rijeka | Kvarner |
| Mali Lošinj | Zweigstelle von Rijeka | Kvarner |
| Crikvenica | Zweigstelle von Rijeka | Kvarner |
| Zadar | Hafenamt | Dalmatien |
| Šibenik | Hafenamt | Dalmatien |
| Split | Hafenamt | Dalmatien |
| Dubrovnik | Hafenamt | Dalmatien |
Das Hafenamt selbst sitzt in Pula beziehungsweise in Rijeka, dort tagt die Prüfungskommission regelmäßig. Die Lučka kapetanija Pula findest du direkt an der Riva 18 im Hafen, erreichbar unter +385 52 535 870 oder LKPula@pomorstvo.hr, das Büro hat werktags von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Bei der Lučka kapetanija Rijeka läuft die Anmeldung über certificate.rk@pomorstvo.hr, Schalterzeiten sind montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr; den Prüfungstermin nennt dir die Kapetanija bei der Anmeldung. Für die Zweigstellen in Rovinj, Umag, Poreč, Rabac, Krk, Rab, Mali Lošinj und Crikvenica läuft die Anmeldung über die jeweilige Ispostava, für den konkreten Termin fragst du am besten direkt dort nach, ob die Kommission vor Ort prüft oder du zur Hauptkapitänie musst. Verlässlich ist nur die Auskunft der zuständigen Stelle selbst, die Kapazität der Kommissionen schwankt mit der Saison. Zadar, Šibenik, Split und Dubrovnik ergänzen die Tabelle für alle, die weiter südlich planen oder zwischen den Regionen wechseln. Auch die Kapetanije an den Binnengewässern (Sisak, Slavonski Brod, Osijek, Vukovar) nehmen die Prüfung ab; wer ein auch auf See gültiges Zeugnis will, muss das bei der Anmeldung angeben, damit die Kommission passend besetzt wird.
Die Prüfungsgebühr richtet sich nach Kategorie und Staatsangehörigkeit: Kroatische Staatsbürger zahlen auf Kroatisch deutlich weniger als ausländische Staatsangehörige, die auf Englisch oder Deutsch prüfen, wie die Tabelle unten zeigt.
| Kategorie | Gebühr Kroatisch | Gebühr Ausländer (Englisch/Deutsch) | Kurs (Richtwert) | Summe grob |
|---|---|---|---|---|
| A | 23,23 € | 43,47 € | kein fester Richtwert dokumentiert | ab 23,23 € ohne Kurs, auf Deutsch ab 43,47 € |
| B | 58,40 € | 108,83 € | 150 bis 350 € | 210 bis 410 € Kroatisch, 260 bis 460 € Ausländer |
Prüfungsgebühren als Richtwert nach Angaben kroatischer Prüfungsvorbereiter, Stand September 2026, eine mmpi.gov.hr-Originaltabelle war nicht auffindbar. Eine von der Prüfungsgebühr getrennte Gebühr für die Ausstellung der Karte ist ebenfalls nicht dokumentiert.
Dazu kommt, wenn du nicht im Selbststudium lernst, ein Vorbereitungskurs. Für Kategorie B bewegen sich die Kurspreise verschiedener Schulen 2026 als Richtwert zwischen rund 150 und 350 Euro, je nachdem ob du in der Gruppe, einzeln oder online lernst. Für Kategorie A sind eigene Kursangebote seltener und die Preise uneinheitlicher dokumentiert, in der Praxis bieten Schulen sie oft als kürzere, günstigere Variante des B-Kurses an.
Verpflichtend ist laut Pravilnik nur die Prüfung selbst, kein vorheriger Kurs. In der Praxis bereiten sich trotzdem fast alle Kandidaten gezielt vor, weil die Kommission ihre Fragen aus einem festen Themenkatalog stellt: für Kategorie A unter anderem Navigation, Kollisionsverhütungsregeln, Wetterkunde, Knoten und Notsignale, für Kategorie B zusätzlich die Seefunk-Sprechfunkpraxis, weil die Funkberechtigung automatisch im Schein enthalten ist.
Kurse für Kategorie B dauern je nach Schule rund 4 bis 10 Unterrichtsstunden, mal an einem Tag, mal auf zwei Tage verteilt. Wer im Urlaub in Istrien oder am Kvarner keine Zeit für einen mehrtägigen Kurs hat, findet vor allem in den größeren Küstenstädten Anbieter mit Terminen bei der örtlichen Kapetanija direkt im Anschluss. Reines Selbststudium mit veröffentlichten Fragenkatalogen ist möglich, setzt aber voraus, dass du dich mit den Fachbegriffen in deiner gewählten Prüfungssprache vertraut machst, bevor du vor der Kommission sitzt. Am häufigsten scheitern Kandidaten laut einer kroatischen Prüfungsvorbereitung an der Arbeit mit der Seekarte, den Kollisionsverhütungsregeln, an Lichtern und Signalen, an der Wetterkunde und an der Sprechfunkpraxis, Stand September 2026.
Wer schon einen gültigen Bootsführerschein besitzt, muss in Kroatien nicht zwingend das eigene Küstenpatent nachmachen, die Anerkennung unterscheidet sich aber deutlich nach Herkunftsland.
Deutschland: Anerkannt wird der Sportbootführerschein See, aber nur mit dem ausdrücklichen Zusatz „See" auf dem Schein. Ältere Scheine mit „Küste" oder ganz ohne Zusatz sowie der reine SBF Binnen zählen in Kroatien nicht. Ebenfalls anerkannt sind der Sportküstenschifferschein (SKS, Fahrgebiet bis 12 Seemeilen vor der Küste), der Sportseeschifferschein (SSS, bis 30 Seemeilen) und der Sporthochseeschifferschein (SHS, ohne Entfernungsgrenze). Sobald das Boot mehr als 15 kW leistet, musst du in Kroatien mindestens 18 Jahre alt sein, darunter zählt das Mindestalter deines Scheins.
Österreich: Anerkannt wird der Befähigungsausweis der vier Fahrtbereiche FB1 bis FB4, in Österreich selbst oft „Küstenpatent" genannt und von den dafür bestellten Prüfungsorganisationen ausgestellt. FB1 gilt bis 3 Seemeilen vor der Küste, FB2 bis 20 Seemeilen, FB3 bis 200 Seemeilen, FB4 weltweit ohne Entfernungsgrenze, jede höhere Stufe setzt die vorherige voraus. Das Ministerium erkennt seit 2009 Befähigungsnachweise aus neun Staaten an, darunter Österreich und Deutschland; die Liste der anerkannten Scheine wird laufend ergänzt.
Schweiz: Die Schweiz kennt für die Hochsee nur einen einzigen Schein, den eidgenössischen Hochseeausweis, ein direktes Gegenstück zum kroatischen Küstenpatent gibt es dort nicht. Wichtiger noch: In der Schweiz ist das Funkzeugnis vom Bootsführerschein getrennt, wer also nur den Hochseeausweis mitbringt, braucht für eine kroatische Charteryacht mit Kabine trotzdem zusätzlich ein eigenes Seefunkzeugnis. Für Schweizer Urlauber ist das kroatische Küstenpatent B deshalb in der Praxis oft die günstigere Lösung, weil die Funkberechtigung automatisch enthalten ist. Frag im Zweifel vor der Buchung direkt beim Charterunternehmen nach, welchen Nachweis es für dein Boot verlangt.
Grundsätzlich gilt bei jedem ausländischen Schein: Original mitbringen, eine Kopie oder ein Foto reicht am Charterschalter in der Regel nicht. Halte den Schein während der ganzen Reise griffbereit, denn auch Kontrollen der Küstenwache auf offener See verlangen ihn im Original, nicht nur die Übergabe am Steg.
Sobald ein Funkgerät an Bord ist, was bei praktisch jedem gewerblichen Charterboot mit Kabine der Fall ist, muss in Kroatien seit 1998 mindestens eine Person mit gültiger Sprechfunkberechtigung anwesend sein. Für dich als Skipper heißt das: ohne Funknachweis kein Chartervertrag für ein Boot mit Kabine.
Das deutsche SRC (Short Range Certificate) reicht für die kroatische Küste in aller Regel aus. Wer stattdessen gleich Kategorie B des Küstenpatents macht, braucht kein separates Funkzeugnis mehr, die Berechtigung ist automatisch enthalten, weil die Prüfungskommission die Seefunk-Sprechfunkpraxis als eigenes Thema abfragt. Kategorie A dagegen deckt keine Funkberechtigung ab. Willst du also mit einem kleinen Tagesboot ohne Kabine und ohne Funkgerät unterwegs sein, reicht A völlig, sobald ein Funkgerät dazukommt, brauchst du zusätzlich das SRC oder gleich Kategorie B.
In der Praxis prüft nicht die Küstenwache am Anleger deinen Schein, sondern die Charterfirma selbst, bevor sie dir die Schlüssel gibt. Üblich sind:
Die Pflicht zum Küstenpatent Kategorie A besteht unabhängig davon, ob ein Vermieter danach fragt. Gerade an stark gebuchten Stützpunkten wie Pula, Rovinj oder auf Krk lohnt sich das frühzeitige Nachfragen zusätzlich, denn ein fehlender Nachweis lässt sich am Übergabetag selbst nicht mehr nachreichen. Mehr zu Segeltörns generell findest du unter Segeln in Kroatien.
Kategorie A ist der kroatische Einstiegsschein für kleine Motorboote: gültig bis 7 Meter Bootslänge und 15 kW, rund 20 PS, Motorleistung, Fahrgebiet bis 6 Seemeilen vor der Küste. Die Prüfung kannst du ab 15 Jahren ablegen, eine Funkberechtigung ist nicht enthalten. Für die meisten Miet-Schlauchboote und kleinen Tagesboote im Urlaub reicht diese Kategorie aus.
Kategorie B erlaubt das Führen von Booten und Yachten bis 18 Meter Länge, ab 18 Jahren ohne Leistungsgrenze, davor bleibst du auf 15 kW begrenzt. Die Prüfung ist ab 16 Jahren möglich und schließt automatisch die UKW-Funkberechtigung ein. Damit ist B der praktische Grundschein für jeden, der eine Charteryacht mit Kabine steuern will.
2026 liegt die Prüfungsgebühr nach Angaben kroatischer Prüfungsvorbereiter auf Kroatisch bei 23,23 Euro für Kategorie A und 58,40 Euro für Kategorie B, eine amtliche Gebührentabelle des Ministeriums ist öffentlich nicht auffindbar. Für ausländische Staatsangehörige, die auf Englisch oder Deutsch prüfen, liegt der Richtwert bei 43,47 beziehungsweise 108,83 Euro. Ein optionaler Vorbereitungskurs kostet zusätzlich, für Kategorie B bewegt sich das 2026 als Richtwert zwischen 150 und 350 Euro.
Zuständig ist die Lučka kapetanija Pula, dazu kommen Zweigstellen in Poreč, Rovinj, Umag und Rabac, die Anmeldung und Termine vor Ort abwickeln. Ob die Prüfungskommission direkt in der Zweigstelle tagt oder du nach Pula musst, klärst du am besten telefonisch mit der zuständigen Stelle. Die Prüfungen laufen das ganze Jahr über regelmäßig, frag den Termin am besten gleich bei der Anmeldung ab.
Ja, Nautik- und Sprachschulen in den größeren Küstenstädten Istriens bieten Kompaktkurse für Kategorie A und B an, meist als Tages- oder Wochenendformat mit anschließendem Prüfungstermin bei der Lučka kapetanija Pula oder ihrer Zweigstelle. Verpflichtend ist der Kurs rechtlich nicht, mit veröffentlichten Fragenkatalogen kommst du auch im Selbststudium durch; der Kurs spart vor allem Einarbeitungszeit in die Fachbegriffe. Feste Kurspreise für Kategorie A sind uneinheitlich dokumentiert, für Kategorie B bewegen sie sich als Richtwert zwischen 150 und 350 Euro.
Du meldest dich bei der zuständigen Lučka kapetanija oder direkt beim Ministerium in Zagreb an, reichst Anmeldeformular, Passfotos, Ausweiskopie und den Zahlungsbeleg der Gebühr ein und gibst deine gewünschte Prüfungssprache an. Die Prüfung selbst läuft mündlich und theoretisch vor einer dreiköpfigen Kommission, dazu praktische Aufgaben an der Seekarte, eine Fahrprüfung auf dem Wasser ist nicht vorgeschrieben. Nach der etwa 20 bis 30 Minuten dauernden Prüfung stellt die Behörde die Karte unbefristet aus. Patzt du in einem Prüfungsthema, gibt es keine Nachprüfung in diesem Teil, du legst die komplette Prüfung im nächsten Prüfungstermin neu ab.
Für ein kleines Miet-Schlauchboot oder Tagesboot ohne Kabine reicht Kategorie A. Willst du eine größere Yacht oder ein Boot mit Kabine und Funkgerät chartern, brauchst du Kategorie B oder einen anerkannten ausländischen Schein plus separates Funkzeugnis. Besitzt du bereits den deutschen SBF See mit dem Zusatz „See" oder einen der anerkannten österreichischen Scheine, musst du in Istrien kein eigenes kroatisches Patent mehr machen.
Für das Steuern selbst reicht dein Küstenpatent oder ein anerkannter ausländischer Bootsführerschein, je nach Bootsgröße Kategorie A oder B. Bringst du ein eigenes Boot über 2,5 Meter Länge oder mehr als 5 kW Motorleistung mit, egal ob per Trailer oder übers Wasser, musst du es zusätzlich beim Hafenamt anmelden Boot in Kroatien anmelden. Reist du mit dem Bootsanhänger an, gelten außerdem eigene Maut- und Tempolimit-Regeln für das Gespann Mit dem Boot nach Kroatien, und für Boote über 15 kW brauchst du eine Haftpflichtversicherung. Stand: September 2026
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