Zlatni Rat
Bol, Inseln

Zlatni Rat

Kroatiens meistfotografierter Strand bei Bol, eine Kieszunge, die mit jedem Wind ihre Form ändert.

Zlatni Rat, das Goldene Horn, ist die knapp 500 Meter lange Kieszunge, die sich bei Bol auf Brač senkrecht von der Küste ins Meer schiebt und dabei ständig ihre Form wechselt. Seit einer behördlichen Entscheidung vom 6. Februar 1965 steht das Areal als geomorphologisches Naturdenkmal unter Schutz, Eintritt kostet der Strand wie jeder Strand in Kroatien nicht, da die gesamte Küste öffentliches Gut ist. Bezahlt wird nur, wer sich Liegen, Schirme oder Wassersportgeräte mietet.

Vom Zentrum Bols aus erreichst du die Landzunge auf einer schattigen Pinienpromenade in etwa 20 bis 30 Minuten zu Fuß, alternativ mit dem Taxiboot oder dem Touristenzug, die in der Saison beide vom Hafen aus verkehren. Das Wahrzeichen der Insel Brač liegt damit praktisch vor der Tür des Ortes, den du für Unterkunft, Essen und Abendleben brauchst Brac.

Wie die Landzunge entstanden ist

Zlatni Rat ist keine gewachsene Küstenform, sondern das Ergebnis jahrtausendelanger Ablagerung. Von der 778 Meter hohen Vidova Gora, deren Kalkgestein rund 100 Millionen Jahre alt ist, tragen Regen und Bäche seit der letzten Eiszeit feinen Kalksteinschutt hangabwärts zur Küste. Dort lagerte sich das Material um ein untermeerisches Riff herum ab, Wellen und Strömungen schliffen die Bruchstücke zu den feinen, hellen Kieseln, die den Strand heute bedecken. Die bewaldete Landzunge misst zusammen mit der Wasserfläche rund zwei Hektar, gut ein Drittel davon Pinienwald.

Zlatni Rat hieß nicht immer so: Ältere Quellen und Einheimische kannten die Landzunge als "Dugi rat" (langes Riff) oder schlicht "Rôt". Woher der heutige Name mit dem "goldenen" Riff stammt, ist nicht restlos geklärt, manche Erklärungen führen ihn nicht auf die Farbe des Kieses zurück, sondern auf besonders gute Fischfänge, die man hier früher machte. Im Pinienwald hinter dem Strand finden sich zudem Reste einer römischen Villa samt Becken, ein Hinweis darauf, dass die Bucht schon in der Antike als angenehmer Ort am Wasser galt.

Amtlich geschützt ist das Gebiet seit der Entscheidung des kroatischen Instituts für Naturschutz vom 6. Februar 1965, die die Fläche von Pakline bis zum Kap Borak und zur Straße nach Murvica als Naturdenkmal auswies. Berichten zufolge wurde die geschützte Fläche 2007 im Zuge einer Kartendigitalisierung von ursprünglich rund 71 auf gut 12 Hektar verkleinert und die Schutzkategorie von Naturdenkmal auf geschützte Landschaft herabgestuft, ein Vorgang, der in Kroatien immer wieder für Diskussionen sorgt. An der touristischen Nutzung und dem Status als Wahrzeichen ändert das nichts.

Die Spitze, die nie stillsteht

Was Zlatni Rat von jedem anderen Strand unterscheidet, ist seine bewegliche Spitze. Wind, Wellen und Meeresströmung schieben das lose Kiesmaterial ständig um, mal zeigt die Zunge schnurgerade nach Süden, mal biegt sie sich nach Osten oder Westen. Im Sommer sorgt dafür meist der verlässliche Nachmittagswind Maestral, der die Spitze leicht Richtung Osten drückt. Bei kräftigen Herbst- und Winterstürmen dreht sich das Bild dagegen deutlich sichtbarer: Nach einem Unwetter Ende Oktober 2018 klappte die Spitze binnen Stunden komplett nach Westen um, im Januar 2016 war es umgekehrt nach Osten. Solche Umschwünge sind für Zlatni Rat keine Ausnahme, sondern ein wiederkehrendes Naturschauspiel, weshalb kein Luftbild dem anderen gleicht.

Baden, Liegen und Wassersport

Gebadet wird auf beiden Seiten der Zunge, mit feinem, hellem Kies und mäßig steil abfallendem Wasser, das schnell tief wird. Direkt am Strand gibt es Liegen und Sonnenschirme zum Mieten, dazu mehrere Strandbars, einen Eisstand und kleinere Imbisse für Sandwiches und Pizza. Wer aktiv werden will, findet Verleihstationen für Tretboote, Bananenboot-Touren, Parasailing und teils auch ein U-Boot-Ausflugsboot, dazu einen kleinen Infopunkt direkt am Zugang.

Der Ruf als eines der besten Windsurf-Reviere der Adria kommt nicht von ungefähr: Der Maestral frischt hier fast jeden Sommernachmittag zuverlässig auf, mehrere Surfschulen bieten Kurse und Verleih direkt am Strand an. Für Kitesurfer ist die Bucht dagegen nur bedingt geeignet, weil der Wind eher schräg auflandig steht und der Strand steil abfällt, auch wenn 2008 mit dem Red-Bull-Wettbewerb "Golden Jump" schon einmal ein internationaler Kiteboarding-Contest hier stattfand.

Anfahrt zum Zlatni Rat

Zu Fuß führt von Bols Hafen eine durchgehend schattige Promenade unter Pinien direkt zum Strand, mit kleineren Buchten und Cafés am Weg, die Strecke ist gut zwei Kilometer lang und in 20 bis 30 Minuten entspannt zu schaffen. Wer es schneller mag, nimmt in der Saison eines der Taxiboote, die mehrmals täglich vom Hafen ablegen und die Überfahrt in rund 10 bis 15 Minuten schaffen, oder den kleinen offenen Touristenzug, der zwischen Mai und September im Halbstundentakt verkehrt. Beide Angebote kosten wenige Euro pro Strecke, die genauen Preise hängen vom Betreiber und der Saison ab und werden am Hafen ausgehängt.

Mit dem Auto fährst du auf der Küstenstraße Richtung Murvica bis zu den ausgeschilderten Parkflächen, von dort sind es noch rund fünf Gehminuten zum Strand. Die Plätze sind kostenpflichtig und füllen sich im Hochsommer schon vormittags, wer flexibel ist, kommt früh oder weicht auf Fuß, Boot oder Zug aus. Nach Bol selbst kommst du wie auf ganz Brač nur per Fähre, alle Verbindungen ab Split und Makarska stehen unter Fähren.

Beste Zeit für einen Besuch

Am ruhigsten liegt sich der Strand vor 9 Uhr morgens oder nach 17 Uhr, wenn die Tagesausflügler von den Katamaranen aus Split zurückgefahren sind. Im Juli und August ist die Zunge selbst und die Promenade davor mittags spürbar voll, in den Nebensaisonmonaten Mai, Juni und September wird es deutlich ruhiger, während der Maestral zum Windsurfen dennoch zuverlässig weht. Wer die berühmte Kiesspitze möglichst menschenleer fotografieren will, plant am besten den frühen Morgen ein, dann liegt oft nur ein Fischerboot am Riff.

In der Nähe

Über Bol erhebt sich die Vidova Gora, mit 778 Metern der höchste Gipfel aller kroatischen Inseln und Ursprung des Gesteins, aus dem Zlatni Rat besteht. Der Ort selbst mit seinen Konobas, der Fähranbindung und den weiteren Stränden der Insel ist unter Brac beschrieben, ein Überblick über alle Inseln der Adria steht unter Inseln.

Häufige Fragen

Kostet der Eintritt zum Zlatni Rat?

Nein, der Strand ist wie jeder Strand in Kroatien öffentlich zugänglich und kostenlos. Bezahlen musst du nur, wenn du Liegen, Schirme oder Wassersportgeräte mietest.

Wie lang ist die Landzunge von Zlatni Rat?

Häufig zitiert werden rund 500 Meter für die ins Meer ragende Spitze, eine Vermessung im Jahr 2015 kam für die Ost- und Westseite auf 377 beziehungsweise 479 Meter. Weil sich die Form mit Wind und Strömung laufend ändert, schwanken solche Zahlen von Messung zu Messung.

Warum ändert Zlatni Rat ständig seine Form?

Weil die Zunge nicht aus festem Gestein, sondern aus losem Kies besteht, den Wellen und Strömungen ständig umlagern. Der sommerliche Maestral biegt die Spitze meist leicht nach Osten, kräftige Herbst- und Winterstürme können sie dagegen binnen Stunden komplett auf die andere Seite drehen.

Seit wann steht Zlatni Rat unter Naturschutz?

Seit einer Entscheidung des kroatischen Instituts für Naturschutz vom 6. Februar 1965, die das Gebiet als geomorphologisches Naturdenkmal auswies. 2007 wurde die geschützte Fläche laut Medienberichten verkleinert und in eine niedrigere Schutzkategorie eingestuft.

Wie komme ich von Bol zum Zlatni Rat?

Zu Fuß über die rund zwei Kilometer lange Pinienpromenade in 20 bis 30 Minuten, mit dem saisonalen Taxiboot in etwa 10 bis 15 Minuten oder mit dem Touristenzug, der von Mai bis September im Halbstundentakt fährt. Mit dem Auto führt eine Straße zu Parkflächen rund fünf Gehminuten vom Strand entfernt.

Eignet sich Zlatni Rat zum Windsurfen?

Ja, dank des verlässlichen Nachmittagswinds Maestral gilt der Strand als eines der besten Windsurf-Reviere der Adria, mehrere Surfschulen bieten direkt vor Ort Kurse und Verleih an. Für Kitesurfer ist die Bucht wegen der Windrichtung und des steilen Uferabfalls nur bedingt geeignet.

Wann ist am Zlatni Rat am wenigsten los?

Am frühen Morgen vor 9 Uhr und am späten Nachmittag nach 17 Uhr, wenn die Tagesausflügler abgereist sind. In der Nebensaison von Mai bis Juni und im September ist deutlich mehr Platz als im Juli und August.

Über den Autor

Marcus

Reise-Redakteur Adria

Marcus schreibt als Reise-Redakteur für kroatien.de, Schwerpunkt Adria.

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