Der Stradun, offiziell Placa, ist die Hauptgasse der Altstadt von Dubrovnik und zieht sich rund 300 Meter schnurgerade vom Pile-Tor im Westen bis zum Glockenturm am Platz Luža im Osten. Seinen Kalksteinbelag bekam er 1468. Heute wirkt der helle Stein so glatt, dass ihn viele Besucher für Marmor halten. Das ist ein Eindruck vor Ort, keine Materialangabe: Der Belag ist Kalkstein.
Der Stradun kostet keinen Eintritt, hat keine Öffnungszeiten und ist rund um die Uhr begehbar. Zu Fuß brauchst du für die ganze Länge etwa zehn Minuten, mit Stopps an Brunnen, Kirchen und Seitengassen eher eine Stunde. Am ruhigsten ist es früh am Morgen und nach Sonnenuntergang, wenn die Tagesgruppen von den Kreuzfahrtschiffen fehlen.
Wo heute der Stradun verläuft, lag im Mittelalter Wasser. Ein sumpfiger Meeresarm trennte die Siedlung Ragusa auf dem Felsen im Süden von der Siedlung am bewaldeten Hang im Norden. Der Kanal wurde aufgefüllt, als beide Teile eine gemeinsame Stadtmauer erhielten. Das Stadtstatut von 1272 legte den Plan der Stadt und ihrer Hauptgasse fest, 1468 wurde die Straße mit Kalkstein gepflastert.
Das Erdbeben von 1667 zerstörte den größten Teil der Bebauung. Beim Wiederaufbau schrieb die Republik Ragusa einheitliche Regeln vor: im Erdgeschoss Ladenlokale mit halbrund geschlossenen Eingängen, im ersten Stock die Wohnräume, die Küche unter dem Dach, damit ein Feuer nicht durch das ganze Haus schlägt. Das prägt die Häuserzeilen bis heute.
Die Altstadt von Dubrovnik steht seit 1979 auf der Welterbeliste der UNESCO, dort unter der Nummer 95 geführt. Nach der Beschießung im Krieg der Jahre 1991 und 1992 stand sie von 1991 bis 1998 auf der Liste des gefährdeten Welterbes.
Am Pile-Tor beginnt der Stradun mit dem Großen Onofrio-Brunnen. Der neapolitanische Baumeister Onofrio della Cava unterschrieb den Vertrag dafür im Februar 1438 und stellte den Brunnen bis 1440 fertig. Er bildete den sichtbaren Endpunkt einer acht Meilen, also rund zwölf Kilometer langen Wasserleitung aus dem Quellgebiet Šumet oberhalb von Knežica an der Rijeka Dubrovačka. Der städtische Wasserversorger nennt für die Trasse rund 11.700 Meter, Wasser floss ab 1438. Der Kuppelbau hat sechzehn Seiten, aus jeder läuft Wasser aus einem steinernen Maskenkopf. Gleich daneben liegt das Franziskanerkloster mit seiner Apotheke von 1317, die als älteste durchgehend betriebene Apotheke Europas gilt.
Am östlichen Ende weitet sich die Gasse zum Platz Luža. Dort steht der Sponza-Palast, zwischen 1516 und 1522 nach Plänen von Paskoje Miličević gebaut, im Übergang von Gotik zu Renaissance. Er war Zollhaus, Münze, Zeughaus und Bank zugleich, überstand das Beben von 1667 unbeschädigt und beherbergt heute das Staatsarchiv. Daneben steht der 31 Meter hohe Glockenturm, erstmals 1444 errichtet und 1929 nach dem alten Vorbild neu aufgebaut. Zwei Bronzefiguren, die wegen ihrer grünen Patina Zelenci heißen, schlagen dort die Stunde.
Die Kirche des heiligen Blasius am selben Platz entstand zwischen 1706 und 1715 nach Plänen des Venezianers Marino Gropelli, nachdem ein Brand den Vorgängerbau zerstört hatte. Der Rektorenpalast, bis 1808 Sitz des Rektors der Republik Ragusa, liegt am Platz Pred Dvorom daneben. Von beiden Längsseiten zweigen enge Treppengassen ab, die steil hinaufführen und meist leerer sind.
Für den Stradun brauchst du kein Ticket. Er ist eine öffentliche Straße und frei zugänglich, auch nachts. Geld kostet erst, was links und rechts liegt: der Rundweg über die Stadtmauern, der Rektorenpalast und die Museen.
Die Stadtmauern betreibt der Verein der Freunde der Altertümer Dubrovniks, der die Tickets über einen eigenen Webshop verkauft. Preise und Öffnungszeiten verschieben sich saisonal deutlich, im Winter kürzer und günstiger als im Sommer. Prüfe sie vor deinem Besuch beim Betreiber.
Die Altstadt ist autofrei, du erreichst den Stradun zu Fuß. Der westliche Zugang liegt am Pile-Tor, der östliche am Ploče-Tor. Pile ist der zentrale Umsteigepunkt: Dort enden die Libertas-Linien 1A, 1B, 2A, 3, 4, 6, 9 und 17, unter anderem aus Mokošica, von Babin Kuk und vom Krankenhaus.
Wer mit dem Schiff ankommt, landet im Hafen Gruž nordwestlich der Altstadt und fährt mit dem Bus weiter, vom Busbahnhof ebenso. Mit dem Mietwagen parkst du außerhalb der Mauern. In der Altstadt ist der Stradun die einzige ebene Achse, alle Nebengassen steigen an. Mit Kinderwagen oder Rollstuhl schränkt das den Bewegungsradius ein.
Am 3. Februar feiert Dubrovnik die Festa des heiligen Blasius, seines Stadtpatrons. Die Prozession zieht über den Stradun, die Tradition reicht nach kirchlicher Überlieferung bis ins Jahr 972 zurück. Die UNESCO nahm das Fest 2009 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes auf.
Im Sommer bespielen die Dubrovniker Sommerfestspiele die Altstadt, traditionell vom 10. Juli bis zum 25. August. Für 2026 nennt der Veranstalter genau dieses Fenster. Termine können sich verschieben, prüfe den Zeitraum für dein Reisejahr beim Festival. Eröffnet wird auf dem Platz Luža am östlichen Ende des Stradun, wenn die Libertas-Fahne gehisst wird. Danach folgen Höfe, Plätze und Festungen der Altstadt.
Nein. Der Stradun ist eine öffentliche Straße und rund um die Uhr frei begehbar. Eintritt zahlst du nur für die Stadtmauern und die Museen entlang der Gasse.
Rund 300 Meter. Je nach Messpunkt schwanken die Angaben zwischen etwa 298 und 300 Metern.
Placa ist der amtliche kroatische Name, Stradun der im Alltag gebräuchliche. Beide meinen dieselbe Straße und stehen so auf Karten und Schildern.
Nein, Kalkstein, verlegt ab 1468. Dass er wie poliert wirkt, ist ein Eindruck vor Ort, keine Materialangabe. Praktisch wichtiger: Bei Regen wird der Belag rutschig, feste Sohlen sind sinnvoll.
Am westlichen Ende der Große Onofrio-Brunnen, ab 1438 gebaut und 1440 fertig, und das Franziskanerkloster mit seiner Apotheke von 1317. Am östlichen Ende der Sponza-Palast von 1516 bis 1522, der 31 Meter hohe Glockenturm von 1444 und die Kirche des heiligen Blasius von 1715.
Traditionell vom 10. Juli bis zum 25. August, so auch in der Ausgabe 2026. Ein festes Datum für alle Jahre ist das nicht, prüfe den Zeitraum für dein Reisejahr vor der Buchung beim Veranstalter.
Für den reinen Weg reichen zehn Minuten. Wenn du dir Brunnen, Sponza-Palast, Glockenturm und ein paar Seitengassen ansiehst, solltest du eher eine bis zwei Stunden rechnen.
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