Plitvicer Seen
Baden ist hier seit 2006 komplett verboten, weil Abwasser einst dem empfindlichen Kalkgestein der Seen schadete.

Kroatien hat 8 Nationalparks: die Plitvicer Seen, Krka, Kornati, Mljet, Brijuni, Paklenica, Risnjak und Nord-Velebit. Die beiden berühmten Wasser-Parks Plitvice und Krka liegen im Hinterland Dalmatiens und sind von der Küste aus als Tagesausflug machbar, die übrigen sechs verteilen sich auf Inseln, Gebirge und Wald. Für die Plitvicer Seen brauchst du in der Hochsaison ein Online-Ticket mit Zeitfenster, im Krka-Nationalpark ist das Baden am großen Wasserfall seit 2021 verboten.
Dass ein Land, kleiner als Bayern, acht Nationalparks unterhält, sagt viel über Kroatiens Landschaft: Karst, der Flüsse in Kaskaden zwingt, ein Gebirge direkt über dem Meer und Inselgruppen, die seit Jahrzehnten unter Schutz stehen. Der älteste Park (Plitvice, 1949) und der jüngste (Nord-Velebit, 1999) trennen 50 Jahre, dazwischen liegt für jeden Urlaubstyp etwas. Hier findest du alle acht im Überblick, die zwei großen ausführlich, und am Ende die Abgrenzung zu den Naturparks wie Biokovo und Telašćica.
| Park | Nächste Stadt | Zeitbedarf | Highlight |
|---|---|---|---|
| Plitvicer Seen | Zadar (ca. 1,5 Std.), Zagreb (ca. 2 Std.) | ganzer Tag | 16 Seen in Kaskaden, UNESCO-Welterbe |
| Krka | Šibenik (ca. 15 Min.) | halber bis ganzer Tag | Wasserfall Skradinski buk |
| Kornati | Murter, Vodice, Zadar (nur per Boot) | ganzer Tag | 89 karge Inseln, Bootsrevier |
| Paklenica | Zadar (ca. 45 Min.), Starigrad direkt am Park | halber bis ganzer Tag | Schluchten im Velebit, Klettern |
| Mljet | Dubrovnik (Katamaran oder Fähre) | Tagesausflug bis mehrere Tage | Salzwasserseen mit Klosterinsel |
| Brijuni | Pula, Boot ab Fažana (ca. 20 Min.) | halber bis ganzer Tag | Tito-Insel mit Safaripark |
| Risnjak | Rijeka (ca. 45 Min.) | halber Tag | Bergwald im Gorski kotar, Lehrpfad Leska |
| Nord-Velebit | Senj (ca. 1 Std. zum Parkeingang) | ganzer Tag | Premužić-Weg mit Adriablick |
Die Fahrzeiten sind Richtwerte mit dem Auto. Was du bei Autobahn und Maut auf dem Weg beachten musst, steht unter Maut in Kroatien, die Anreise nach Kroatien insgesamt unter Anreise.
16 türkisfarbene Seen, die über Travertinbarrieren treppenförmig ineinander fallen, verbunden durch Holzstege, die direkt übers Wasser führen: Die Plitvicer Seen sind seit 1979 UNESCO-Weltnaturerbe und das meistbesuchte Naturziel Kroatiens. Der Park liegt im Bergland der Lika, etwa auf halber Strecke zwischen Zagreb und Zadar, und ist damit auch ein idealer Zwischenstopp auf der Anreise nach Dalmatien. Genau das macht ihn im Sommer voll, plane deshalb einen ganzen Tag und eine frühe Ankunft ein. Eintrittspreise, das Ticketsystem und die beste Besuchszeit schlüsselt dir unsere Seite über die Plitvicer Seen im Detail auf.
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Der Nationalpark Krka liegt im Hinterland von Šibenik und ist der bequemste Nationalpark-Ausflug für alle, die an der dalmatinischen Küste Urlaub machen. Hauptattraktion ist der Skradinski buk, wo die Krka über 17 Kaskaden auf rund 800 Metern Länge etwa 46 Meter in die Tiefe stuft. Dazu kommen der Wasserfall Roški slap weiter flussaufwärts und die Klosterinsel Visovac, ein Franziskanerkloster mitten im aufgestauten Fluss, das du per Ausflugsboot erreichst.
Eintritt 2026: Auch hier gestaffelt. Erwachsene zahlen für alle Landbereiche 7 Euro von November bis März, 20 Euro im April, Mai und Oktober und 40 Euro von Juni bis September. Kinder von 7 bis 18 Jahren zahlen 4 bis 15 Euro, unter 7 frei.
Baden: seit 2021 verboten. Jahrzehntelang war das Bad unterhalb des Skradinski buk das Postkartenmotiv Kroatiens. Seit dem 1. Januar 2021 ist es dauerhaft untersagt, weil Sonnencreme und die schiere Menge an Badenden den Travertin messbar geschädigt hatten. Plane den Krka-Besuch also als Wander- und Fototag, nicht als Badetag, das Meer ist ohnehin nur eine Viertelstunde entfernt.
Zwei Eingänge: Lozovac oben am Plateau ist der Standard-Zugang mit großem Parkplatz und Bus-Shuttle hinunter zum Wasserfall. Skradin unten am Fluss ist die schönere Variante, von dort bringt dich in der Saison ein Parkboot flussaufwärts zum Skradinski buk. Früh kommen lohnt doppelt, wegen des Lichts und weil die Ausflugsbusse ab Vormittag eintreffen.
Die Region rund um den Park, von Šibenik bis Primošten, stellen wir dir unter Dalmatien vor.
Eingänge, Eintritt 2026, Bootsausflüge und die Anreise ab Split oder Zadar stehen auf der eigenen Seite zum Nationalpark Krka.
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Die Kornaten vor der Küste zwischen Zadar und Šibenik sind seit 1980 Nationalpark: 89 Inseln, Inselchen und Riffe auf rund 220 Quadratkilometern Land und Meer, fast unbewohnt, ohne Süßwasserquellen, mit weißen Felsklippen, die senkrecht ins Meer fallen. Du kommst nur per Boot hin, und genau das ist der Reiz. Tagesausflüge starten in Murter, Vodice, Biograd und Zadar und kosten mit Mittagessen und Parkeintritt meist 35 bis 40 Euro pro Person. Wer selbst segelt, zahlt den Eintritt pro Boot statt pro Person, online im Voraus deutlich günstiger als vor Ort. Für viele ist die Kornaten-Tour der schönste Bootstag des Kroatien-Urlaubs.
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Bei Starigrad, 45 Autominuten nördlich von Zadar, schneiden sich die Schluchten Velika und Mala Paklenica senkrecht in die Südflanke des Velebit. Der Park ist seit Oktober 1949 geschützt und Kroatiens wichtigstes Kletterrevier mit rund 500 eingerichteten Routen von Schwierigkeitsgrad 3 bis 8b+. Wanderer haben 150 bis 200 Kilometer markierte Wege, vom Spaziergang durch die große Schlucht bis zur Bergtour. Sehenswert ist die Höhle Manita peć (Eintritt 5 Euro, Kinder 2,50 Euro), die nur an bestimmten Tagen mit Führung zugänglich ist. Das Besondere: Morgens Klettern oder Wandern im Gebirge, nachmittags Baden am Kiesstrand von Starigrad, dazwischen liegen zehn Minuten.
Das westliche Drittel der Insel Mljet bei Dubrovnik ist seit 1960 Nationalpark, einer der ältesten des Landes. Sein Herzstück sind zwei mit dem Meer verbundene Salzwasserseen mitten im Kiefernwald, im größeren liegt ein Inselchen mit einem Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert. Du bewegst dich per Rad, Kajak oder zu Fuß, Autos spielen im Park keine Rolle. In der Hochsaison 2026 kostet der Eintritt für Erwachsene 25 Euro. Als Tagesausflug ab Dubrovnik machbar, als Übernachtungsziel doppelt so schön, denn abends gehört der Park den wenigen, die bleiben. Die Fährverbindungen dorthin findest du hier:
Die 14 Brijuni-Inseln vor Fažana in Istrien sind seit 1983 Nationalpark und ein historisches Kuriosum: Jugoslawiens Staatschef Tito empfing hier jahrzehntelang Staatsgäste und Filmstars, deren Tiergeschenke den heutigen Safaripark begründeten. Du fährst mit dem Rad zwischen römischen Villenresten, Zebras und einem Golfplatz aus der k.u.k.-Zeit umher. Der Besuch läuft als organisierter Ausflug ab Fažana (Überfahrt ca. 20 Minuten), die geführte Standardtour kostet für Erwachsene 35 Euro in der Nebensaison und 50 Euro von Juni bis September.
Risnjak im Gorski kotar ist seit 1953 Nationalpark und der unbekannteste der acht, obwohl er nur 45 Autominuten von Rijeka entfernt liegt. Dichter Bergwald bis zum Gipfel des Veliki Risnjak auf 1.528 Metern, benannt nach dem Luchs (kroatisch ris), der hier tatsächlich lebt, neben Bär und Wolf. Für die meisten Besucher reicht der Lehrpfad Leska am Eingang Crni Lug, eine ebene Runde von 4,4 Kilometern durch Wald und Wiesen. Ideal als kühler Kontrast-Tag, wenn an der Kvarner-Küste die Hitze steht.
Der jüngste Nationalpark (1999) schützt den nördlichen Teil des Velebit-Gebirges oberhalb von Senj. Sein Star ist der Premužić-Weg, ein in den 1930er Jahren kunstvoll trocken gemauerter Höhenweg von rund 57 Kilometern, der ohne steile Passagen durch die Karstlandschaft zieht, mit ständigem Blick auf Inseln und Meer. Einstieg ist der Parkeingang Babić Siča auf 1.300 Metern nahe der Wetterstation Zavižan und dem Botanischen Garten. Der Eintritt ist mit 7 Euro pro Tag für Erwachsene der günstigste aller acht Parks. Wer ernsthaft wandern will, findet hier Kroatiens beste Bühne dafür.
Diese drei Parks haben eine eigene Seite mit Anfahrt, Tickets und Route.
Baden ist hier seit 2006 komplett verboten, weil Abwasser einst dem empfindlichen Kalkgestein der Seen schadete.
Der Legende nach strandete Odysseus hier und blieb sieben Jahre lang bei der Nymphe Kalypso hängen.
Nebenan liegt Peroj, wo montenegrinische Familien 1657 vor den Osmanen flohen und bis heute orthodox blieben.
Neben den 8 Nationalparks führt Kroatien 12 Naturparks, und die Grenze ist für die Urlaubsplanung durchaus relevant. Nationalparks sind streng geschützt, der Naturschutz hat Vorrang, Eingriffe sind minimal. Naturparks sind größer und lockerer geregelt, hier sind Dörfer, Landwirtschaft und Tourismus Teil des Konzepts.
Für dich heißt das vor allem: Einige der bekanntesten Naturziele Kroatiens sind gar keine Nationalparks. Der Biokovo über der Makarska Riviera mit seinem Skywalk ist Naturpark, ebenso die Bucht Telašćica auf Dugi otok (direkt neben den Kornaten und oft im selben Bootsausflug), der zentrale Velebit zwischen den beiden Nationalpark-Zonen, der Vogelsee Vransko jezero bei Biograd, das Auengebiet Kopački rit in Slawonien und die abgelegene Inselgruppe Lastovsko otočje. Qualitativ musst du dich davon nicht abschrecken lassen, der Skywalk am Biokovo und die Klippen der Telašćica stehen den Nationalparks an Wow-Faktor kaum nach.
Die Klassiker-Kombination für einen Dalmatien-Urlaub: Krka als halber Tag ab Šibenik oder Vodice, Plitvice als ganzer Tag mit früher Abfahrt, Kornaten als Bootstag. Wer über die A1 anreist, legt Plitvice clever auf den An- oder Abreisetag, der Park liegt nur gut 50 Kilometer von der Autobahnabfahrt Otočac entfernt und bricht die lange Fahrt perfekt.
Für Gäste aus Österreich sind die Nationalparks ein Argument mehr für die Route: Ab Wien oder Graz fährst du über Zagreb ohnehin an der Lika vorbei, Plitvice liegt quasi am Weg. Und wer in Istrien oder am Kvarner Urlaub macht, hat mit Brijuni, Risnjak und Nord-Velebit drei Parks vor der Tür, die kaum ein deutscher Urlauber auf dem Zettel hat, entsprechend leer sind sie.
Beste Reisezeit für alle Bergparks (Plitvice, Paklenica, Risnjak, Nord-Velebit): Mai, Juni, September und Oktober, wenn das Wandern bei 20 bis 25 Grad angenehm ist und die Wasserfälle Wasser führen. Wie das Klima im Landesinneren tickt, liest du unter Wetter und Klima. Alle Ausflugsziele jenseits der Parks sammeln wir unter Sehenswürdigkeiten.
Wer früh am Eingang stehen will, übernachtet am besten in Parknähe. Preise und Verfügbarkeit rund um die zwei meistbesuchten Parks:
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Acht: Plitvicer Seen, Krka, Kornati, Mljet, Brijuni, Paklenica, Risnjak und Nord-Velebit. Dazu kommen 12 Naturparks mit etwas lockererem Schutzstatus, darunter Biokovo, Telašćica und Kopački rit.
Die Plitvicer Seen sind das spektakulärste Gesamterlebnis und zu Recht UNESCO-Welterbe. Wer Menschenmassen scheut, findet auf dem Premužić-Weg im Nord-Velebit oder im Risnjak ähnlich große Natur bei einem Bruchteil der Besucher.
Am berühmten Skradinski buk nicht mehr, dort gilt seit dem 1. Januar 2021 ein dauerhaftes Badeverbot zum Schutz der Travertinbarrieren. In den Plitvicer Seen ist Baden ebenfalls verboten.
Plitvice ist größer, spektakulärer und einen ganzen Tag wert, liegt aber gut 1,5 bis 2,5 Stunden von der Küste entfernt. Krka liegt direkt hinter Šibenik und passt in einen halben Tag. Wer Zeit hat, macht beide, sie ähneln sich weniger, als die Fotos vermuten lassen.
Vier: Kornati und Brijuni sind reine Inselparks, Mljet nimmt das Westdrittel der gleichnamigen Insel ein, und Paklenica beginnt wenige hundert Meter vom Strand von Starigrad.
Nationalparks stehen unter strengem Schutz, die Natur hat Vorrang vor jeder Nutzung. Naturparks erlauben Siedlungen, Landwirtschaft und Tourismus. Ziele wie der Biokovo-Skywalk oder die Telašćica-Bucht sind deshalb Naturparks, nicht Nationalparks.
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