
Kroatiens wichtigstes Wandergebiet ist der Velebit, das längste Gebirge des Landes, das über der Adria aufragt. Das Herzstück ist der Nationalpark Paklenica bei Starigrad mit dem höchsten Velebit-Gipfel Vaganski vrh (1.757 m), im Norden zieht der Premužić-Weg über rund 57 Kilometer mit ständigem Blick aufs Meer. Dazu kommen der Biokovo über der Makarska Riviera (Sveti Jure 1.762 m, Skywalk auf 1.228 m), der stille Bergwald im Risnjak und leichte Rundwege in Plitvice und Krka. Beste Zeit sind Frühjahr und Herbst, im Hochsommer ist die Küste zum Wandern zu heiß.
Wenn du in Kroatien wandern willst, führt kaum ein Weg an der Paklenica vorbei. Der Nationalpark schneidet mit den Schluchten Velika und Mala Paklenica senkrecht in die Südflanke des Velebit, wenige Gehminuten oberhalb des Küstenorts Starigrad-Paklenica. Von hier startest du praktisch alle Touren. Der Park ist seit Oktober 1949 geschützt und Kroatiens führendes Kletterrevier mit rund 600 eingerichteten Routen, gleichzeitig hat er 150 bis 200 Kilometer markierte Wanderwege, vom flachen Spaziergang bis zur Gipfeltour.
Der Klassiker ist der breite Talweg durch die große Schlucht Velika Paklenica: vorbei am berühmten Kletterfels Anica kuk und an alten Wassermühlen bis zur Försterhütte Lugarnica, dann weiter zum Berghaus. Von dort führen anspruchsvolle Pfade hinauf zu den beiden höchsten Erhebungen des Velebit, dem Vaganski vrh (1.757 m) und dem Sveto brdo (1.753 m). Ein lohnendes Zwischenziel ist die Tropfsteinhöhle Manita peć auf 570 Metern, etwa 1,5 Stunden Aufstieg ab dem Parkplatz. Das Besondere an der Paklenica ist die Kürze der Wege: Morgens am Fels oder in der Schlucht, nachmittags am Kiesstrand von Starigrad, dazwischen liegen zehn Minuten. Alle Tickets und Öffnungszeiten sowie die Einordnung unter Kroatiens acht Nationalparks findest du unter Nationalparks.
Der Velebit ist mit rund 145 Kilometern Länge das größte Gebirge Kroatiens und zieht sich direkt über der Küste entlang, von der Kvarner-Bucht bis nach Norddalmatien. Das bekannteste Trekking-Ziel liegt im Norden: der Premužić-Weg (kroatisch Premuzićeva staza), ein in den 1930er Jahren kunstvoll trocken gemauerter Höhenweg von rund 57 Kilometern. Er zieht ohne steile Passagen durch die zerklüftete Karstlandschaft und bietet fast durchgehend Blick auf die vorgelagerten Inseln und das offene Meer. Ein häufiger Einstieg ist der Parkeingang Babić Siča auf 1.300 Metern, nahe der Wetterstation Zavižan mit ihrem Botanischen Garten.
Der Weg liegt im Nationalpark Nord-Velebit, dem jüngsten der acht Parks (seit 1999), und im angrenzenden Naturpark Velebit. Der Eintritt für den Nationalpark ist mit 7 Euro der günstigste aller kroatischen Parks. Wer den kompletten Premužić-Weg gehen will, plant zwei bis drei Tage mit Übernachtung in einer der Berghütten. Anfahrtsort für den nördlichen Velebit ist Senj an der Kvarner-Küste, mehr zur Region liest du unter Kvarner.
Der zweite große Gebirgsstock direkt am Meer ist der Biokovo, der sich steil hinter der Makarska Riviera in Süddalmatien auftürmt. Er ist seit 1981 als Naturpark geschützt. Sein höchster Punkt, der Sveti Jure (1.762 m), ist der zweithöchste Berg Kroatiens, und über die rund 23 Kilometer lange Bergstraße führt die höchste asphaltierte Straße des Landes fast bis zum Gipfel. Die Wanderungen sind entsprechend fordernd: Vom Meer auf über 1.700 Meter sind es lange Anstiege bei oft praller Sonne, klassische Touren führen etwa über das Biokovo-Tor auf den Vošac und weiter zum Sveti Jure.
Wer nicht die ganze Höhe erwandern will, fährt oder wandert zum Skywalk Biokovo, einer hufeisenförmigen Glasplattform auf 1.228 Metern am 13. Kilometer der Bergstraße. Von dort blickst du senkrecht über die Riviera und auf die Inseln Brač, Hvar und Korčula. Basisort ist Makarska, die ganze Region stellen wir unter Dalmatien vor.
Abseits der Küstengebirge liegen zwei ruhigere Ziele. Der Nationalpark Risnjak im Gorski kotar (seit 1953) ist dichter Bergwald bis zum Gipfel des Veliki Risnjak auf 1.528 Metern, benannt nach dem Luchs, der hier neben Bär und Wolf tatsächlich lebt. Für die meisten reicht der ebene Lehrpfad Leska, eine Runde von 4,2 Kilometern am Eingang Crni Lug, rund 45 Autominuten von Rijeka. Ein idealer kühler Kontrast-Tag, wenn an der Kvarner-Küste die Hitze steht.
Näher an Opatija liegt der Naturpark Učka, das größte Gebirge Istriens. Sein Gipfel Vojak (1.401 m) trägt einen Aussichtsturm von 1911, von dem der Blick bei klarer Sicht über die Kvarner-Inseln, den Velebit und bis in die Alpen reicht. Der übliche Ausgangspunkt ist der Pass Poklon, von dort dauert der Aufstieg durch Buchenwald rund zwei Stunden.
Nicht jede Wanderung in Kroatien geht in die Berge. In den beiden Wasser-Nationalparks Plitvice und Krka bewegst du dich vor allem auf Holzstegen und breiten Wegen entlang der Seen und Wasserfälle, ohne nennenswerte Höhenmeter. Das eignet sich auch für Familien und für alle, die keine Bergtour suchen. Rechne dafür mit anderem Andrang: Für die Plitvicer Seen brauchst du in der Hochsaison ein Online-Ticket mit Zeitfenster, im Krka-Nationalpark ist das Baden am großen Wasserfall seit 2021 verboten. Beide liegen im Hinterland Dalmatiens und sind von der Küste als Tagesausflug erreichbar.
Zum Wandern eignen sich in Kroatien Mai und Juni sowie September und Oktober am besten. Dann liegen die Temperaturen oft um 20 bis 25 Grad, angenehm für den Aufstieg und ohne die drückende Hitze, die im Juli und August an den südexponierten Felswänden steht. Im Hochsommer solltest du Bergtouren früh am Morgen beginnen und die Mittagsstunden am Meer verbringen. Wie sich das Klima übers Jahr entwickelt, liest du unter Wetter und Klima.
Ein Faktor speziell am Velebit ist die Bura, ein kalter, böiger Fallwind, der von den Bergen zur Küste hinabstürzt. Er ist im Winter am stärksten, kann aber ganzjährig auftreten und in Küstennähe bei Senj Sturmstärke erreichen. Setzt die Bura ein, brichst du eine exponierte Gratwanderung besser ab und wartest sie aus. Prüfe vor jeder Bergtour den Wetterbericht.
Zur Ausrüstung: feste Wanderschuhe mit Profil sind auf dem scharfkantigen Karstgestein Pflicht, dazu Sonnenschutz und Kopfbedeckung. Am wichtigsten ist genug Wasser. Der Karst speichert kein Oberflächenwasser, auf den Höhenwegen von Velebit und Biokovo findest du unterwegs praktisch keine Quellen, plane also mindestens zwei Liter pro Person und Tagestour ein. Wer im Gebirge übernachten will, kombiniert die Touren gut mit einem Standplatz am Fuß der Berge, viele Wanderer und Kletterer nutzen die Campingplätze rund um Starigrad Camping. Die Anreiserouten aus Österreich und Deutschland mit allen Mautkosten stehen unter Anreise.
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Das führende Wandergebiet ist der Velebit über der Adria, mit dem Nationalpark Paklenica bei Starigrad im Süden und dem Premužić-Weg im Nord-Velebit. Dazu kommen der Biokovo über der Makarska Riviera, der Bergwald im Risnjak und, für leichtes Wandern, die Wege in den Wasser-Nationalparks Plitvice und Krka.
Der höchste Gipfel im Velebit ist der Vaganski vrh mit 1.757 Metern, erreichbar aus dem Nationalpark Paklenica. Der Sveti Jure im Biokovo ist mit 1.762 Metern der zweithöchste Berg Kroatiens und lässt sich über eine lange Bergtour oder fast bis zum Gipfel über die höchste Straße des Landes erreichen.
Der Premužić-Weg (Premuzićeva staza) ist ein rund 57 Kilometer langer Höhenweg im Nord-Velebit, in den 1930er Jahren kunstvoll trocken gemauert. Er verläuft ohne steile Passagen durch die Karstlandschaft und bietet fast durchgehend Blick auf die Adria-Inseln. Für die Gesamtstrecke plant man zwei bis drei Tage.
Frühjahr und Herbst, also Mai und Juni sowie September und Oktober. Dann ist es mit rund 20 bis 25 Grad angenehm warm, und die drückende Sommerhitze an den Felswänden bleibt aus. Im Juli und August wanderst du am besten früh morgens und gehst danach ans Meer.
Nein. Paklenica ist zwar Kroatiens bekanntestes Kletterrevier, aber ebenso ein Wandergebiet. Der breite Talweg durch die große Schlucht führt vorbei an alten Mühlen und ist ohne Kletterausrüstung gut begehbar. Wer höher hinaus will, findet markierte Pfade bis zu den Velebit-Gipfeln.
Nein, für die Auffahrt in den Naturpark Biokovo und den Skywalk fällt eine Gebühr an, die je nach Saison und Fahrzeug variiert. Die Glasplattform liegt auf 1.228 Metern am 13. Kilometer der Bergstraße oberhalb von Makarska. Aktuelle Preise nennt die Parkverwaltung vor Ort.
Mindestens zwei Liter pro Person für eine Tagestour. Der Karst von Velebit und Biokovo speichert kein Oberflächenwasser, unterwegs gibt es kaum Quellen. Dazu gehören feste Wanderschuhe mit Profil und Sonnenschutz, weil viel offener Fels ohne Schatten liegt.
Die Bura ist ein kräftiger Fallwind, der bei Senj Sturmstärke erreichen kann. Auf exponierten Graten und Höhenwegen brichst du eine Tour besser ab, sobald sie einsetzt, und wartest sie in einer Hütte aus. Prüfe vor jeder Bergtour den Wetterbericht, die Bura ist im Winter am stärksten, kann aber ganzjährig auftreten.